Aktuelle News: Gänsemanagement, Tierwohl, Industrie und Audi im Fokus
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: News and Updates
Zusammenfassung: Düsseldorf verzeichnet weniger Kanadagänse, während eine Studie das Tierwohl stärker vom Betriebsmanagement als vom Haltungssystem abhängig sieht; J.G. Weisser meldet neue internationale Aufträge.
Düsseldorf meldet Rückgang bei Kanadagänsen
Die Stadt Düsseldorf bewertet ihr diesjähriges Gänsemanagement positiv. Nach Angaben des Düsseldorfer Anzeigers leben aktuell 1.115 Kanadagänse im Stadtgebiet, im Vorjahr waren es 1.135.
In den Parkanlagen wurden 817 Gänse gezählt, gegenüber 812 im Vorjahr. Die Stadt verweist darauf, dass sich die Zahl der Tiere in den Parks zwischen 2009 und 2017 etwa verdreifacht habe und im gesamten Stadtgebiet nahezu verdoppelt gewesen sei.
Ohne Gänsemanagement wäre in diesem Jahr nach Einschätzung eines Stadtsprechers eine Population von mehr als 2.000 Kanadagänsen zu erwarten gewesen. Der Anteil der Jungvögel sank von 14 Prozent im Vorjahr auf 13 Prozent in diesem Jahr.
„Das Gänsemanagement der Landeshauptstadt zeigt erneut Wirkung. Wir setzen die Maßnahmen deshalb konsequent fort, um die Population der Kanadagänse langfristig auf einem verträglichen Niveau zu halten“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.
Eine externe Fachgutachterin begleitet das Projekt. Aus jedem gefundenen Gänsenest in den Parkanlagen werden alle bis auf ein oder zwei Eier entnommen. Die Stadt begründet dies damit, dass die Vögel bei einem vollständig leeren Nest eine weitere Brut beginnen würden.
Insgesamt wurden in diesem Jahr fast 1.000 Eier entnommen. Vor Beginn des Gänsemanagements im Jahr 2018 lag der Anteil der Jungvögel laut Bericht stets bei etwa 20 Prozent, im Jahr 2013 sogar bei mehr als 30 Prozent.
Als Hindernis für die Begrenzung der Population nennt die Stadt das Füttern der Tiere. Nach der Düsseldorfer Straßenordnung gilt bereits ein Fütterungsverbot für wild lebende Tiere, zu denen auch Kanadagänse zählen. Die Stadt weist an relevanten Orten mit Hinweisschildern auf das Verbot hin, kontrolliert dessen Einhaltung und ahndet Verstöße.
Trotz des Rückgangs der Gänsezahl bleibt die Kotbelastung in einigen Parks hoch. Für die Hauptzeiten des Aufenthalts der Gänse sollen deshalb häufige Pflegeintervalle beibehalten werden; besonders stark frequentierte Bereiche werden gereinigt.
Am Elbsee wird die Vogelinsel im Winter kontinuierlich für Austernfischer, Flussregenpfeiffer und Möwen optimiert. Dazu werden kiesige Bodenbereiche vom Bewuchs freigehalten. Die Möwen fressen unter anderem Gänseeier und tragen damit zur Reduzierung der Bestände an den Seen bei.
| Kennzahl | Aktueller Wert | Vorjahreswert |
|---|---|---|
| Gänse im Stadtgebiet | 1.115 | 1.135 |
| Gänse in Parkanlagen | 817 | 812 |
| Anteil der Jungvögel | 13 Prozent | 14 Prozent |
| Entnommene Eier | fast 1.000 |
Zusammenfassung: Quelle: Düsseldorfer Anzeiger. Die Stadt meldet 1.115 Kanadagänse, einen Jungvogelanteil von 13 Prozent und fast 1.000 entnommene Eier. Das Management soll wegen der hohen Lebenserwartung der Tiere in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.
Studie: Tierwohl hängt stärker vom Stallmanagement als vom Haltungssystem ab
Eine Studie des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau kommt zu dem Ergebnis, dass ökologische Tierhaltung ein großes Potenzial für mehr Tierwohl bietet, aber keine automatische Garantie dafür ist. Entscheidend sei vor allem, wie die Betriebsinhaber ihre Herden managen, berichtet Biermann Medizin.
Die Forschenden des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst werteten 86 Studien aus dem Zeitraum Januar 1990 bis Juni 2023 sowie 623 Vergleichspaare aus Europa und Nordamerika aus. In 28 Prozent der Fälle hatte der ökologische Landbau Vorteile gegenüber der konventionellen Tierhaltung; in 56 Prozent ließ sich kein klarer Unterschied feststellen.
Die Untersuchung zeigt laut Bericht, dass die Tiergesundheit weniger von der ökologischen oder konventionellen Wirtschaftsweise abhängt als vom individuellen Management der Betriebe. Wo die EU-Öko-Verordnung zentrale Risikofaktoren für die Tiergesundheit berücksichtigt, schneiden ökologisch wirtschaftende Betriebe besser ab.
Als Beispiele werden Vorgaben zu Einstreu und Platzangebot genannt. Sie können dazu beitragen, dass Klauen und Gliedmaßen der Tiere gesünder sind und Lahmheiten sowie Gelenkschäden eine geringere Rolle spielen.
Beim Verhalten und beim emotionalen Befinden deuten die bislang ausgewerteten Studien auf klare Vorteile der ökologischen Tierhaltung hin. Mehr Platz sowie Auslauf oder Weidegang können den Tieren ermöglichen, sich artgemäßer zu verhalten.
„Die Richtlinien des ökologischen Landbaus bieten ein großes Potenzial, jedoch keine Garantie für eine bessere Tierwohlsituation. Sie begünstigen zum Beispiel, dass sich Tiere artgemäß verhalten können“, sagt Solveig March, Co-Autorin der Studie.
Das Autorenteam empfiehlt, die bislang vor allem auf Haltung und Management ausgerichteten Vorgaben um ergebnisorientierte Kontrollen zu ergänzen. Dadurch soll die tatsächliche Tiergesundheit stärker berücksichtigt werden.
Vorgeschlagen wird ein transparentes, standardisiertes und praxistaugliches Tierwohl-Audit mit tierbasierten Indikatoren, das in der Öko-Zertifizierung verankert werden soll. Ein solches Verfahren könnte das Tierwohl unabhängig vom jeweiligen Haltungssystem messen und absichern.
Am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau läuft dazu seit 2023 ein Projekt mit Partnerinnen und Partnern aus Praxis und Wissenschaft. Die Studie ist im Fachjournal „Organic Agriculture“ erschienen.
| Untersuchungsgröße | Wert |
|---|---|
| Ausgewertete Studien | 86 |
| Untersuchungszeitraum | Januar 1990 bis Juni 2023 |
| Vergleichspaare | 623 |
| Fälle mit Vorteilen des Ökolandbaus | 28 Prozent |
| Fälle ohne klaren Unterschied | 56 Prozent |
| Beginn des Projekts am Thünen-Institut | 2023 |
Zusammenfassung: Quelle: Biermann Medizin. Die Analyse von 86 Studien und 623 Vergleichspaaren zeigt Vorteile des Ökolandbaus in 28 Prozent der Fälle, während in 56 Prozent kein klarer Unterschied festgestellt wurde. Für eine verlässliche Bewertung empfehlen die Forschenden tierbasierte Kontrollen.
J.G. Weisser meldet neue internationale Aufträge nach Management-Buy-out
Der Maschinenbauer J.G. Weisser aus St. Georgen verzeichnet nach dem erfolgreichen Management-Buy-out neue Auftragseingänge aus Europa und Asien. Das berichtet businessportal24 im Vorfeld der Branchenmesse AMB in Stuttgart.
Die Auftraggeber interessieren sich für hochpräzise Maschinenlösungen. Nach Angaben des Unternehmens zeigt die positive Resonanz der internationalen Märkte, dass die Strategie der Eigenständigkeit aufgeht und J.G. Weisser als unabhängiger Akteur am Markt agieren kann.
Dem Management-Buy-out war ein 21-monatiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung vorausgegangen. Die Übernahme durch vier langjährige Führungskräfte wurde Anfang Juli 2026 offiziell beurkundet.
„Wir freuen uns außerordentlich, dass unsere geschäftliche Strategie so schnell und sichtbar aufgeht. Das Know-how in unseren Köpfen und der wirtschaftliche Kern von J.G. Weisser sind auf den internationalen Märkten weiterhin stark gefragt“, sagt Ansgar Lienert, Gesellschafter und CEO.
Neben dem Neumaschinengeschäft entwickelte sich auch der After-Sales-Bereich positiv. Besonders stark wächst laut Bericht das Geschäft mit Maschinenüberholungen und Retrofit.
Bei der Generalüberholung von Präzisions-Drehmaschinen und Bearbeitungszentren wird ein hohes Qualitätsniveau angestrebt. Kunden können dadurch den Lebenszyklus ihrer Maschinen verlängern und die Produktivität bestehender Anlagen steigern.
Der Neustart sichert rund 150 Arbeitsplätze am Standort St. Georgen langfristig ab. Um sich gegen Marktschwankungen zu schützen, hat das Unternehmen sein Portfolio diversifiziert und bedient unter anderem die Automobilindustrie, die Energiewirtschaft, den Schiffsbau, die Rüstung und die Medizintechnik.
Auf der AMB in Stuttgart präsentiert das Unternehmen das neue MultiCenter. Die Maschinenplattform ist für anspruchsvolle Bearbeitungsaufgaben und Hartzerspanungen ausgelegt und soll hohe Steifigkeit, Prozessstabilität und Bearbeitungsqualität bieten.
Zur Ausstattung gehören ein großer 102-facher Werkzeugwechsler und eine maschineninterne Automation. Gute Zugänglichkeit, kurze Rüstzeiten sowie eine auf Bediener- und Wartungsfreundlichkeit ausgerichtete Konstruktion sollen die tägliche Nutzung unterstützen.
„Wir sind und bleiben ein verlässlicher Partner für unsere weltweite Kundschaft und haben eine klare Vision: Wir wollen den Standort hier in St. Georgen zum Drehpunkt für den Sondermaschinenbau machen“, sagt Ansgar Lienert.
| Unternehmensangabe | Wert |
|---|---|
| Dauer des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung | 21 Monate |
| Beurkundung des Management-Buy-outs | Anfang Juli 2026 |
| Arbeitsplätze am Standort St. Georgen | rund 150 |
| Werkzeugwechsler des neuen MultiCenters | 102-fach |
| Ursprünge des Unternehmens | 1830 |
Zusammenfassung: Quelle: businessportal24. J.G. Weisser meldet neue Aufträge aus Europa und Asien, Wachstum im After-Sales-Geschäft und rund 150 langfristig gesicherte Arbeitsplätze. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht das neue MultiCenter mit einem 102-fachen Werkzeugwechsler.
Walter Döring kritisiert Management und Politik in der Automobilindustrie
Die Zukunft des Audi-Standorts Neckarsulm ist ungewiss. Bis Ende Juni 2027 sollen die Fabrikkosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden, damit der Standort überhaupt eine Chance hat, berichtet der SWR in einem Interview mit dem ehemaligen baden-württembergischen Wirtschaftsminister Walter Döring.
Döring war von 1996 bis 2004 Wirtschaftsminister des Landes. Aus Peking äußerte er sich gegenüber der SWR-Redaktion zur Lage des Audi-Werks, zu Fehlern der Automobilkonzerne und zur Rolle der Politik.
Die frühere Entwicklung der Automobilbranche bezeichnete Döring im Rückblick als Zeit großer Investitionen in den Standort Neckarsulm. Heute sieht er einen starken Kontrast zu den 80er-Jahren und dem Beginn der 90er-Jahre, als Japan und Südkorea die wichtigsten Rivalen gewesen seien.
„Wir haben damals die Herausforderung offenen Auges angenommen, während wir momentan feststellen müssen, dass die Automobilbosse doch einiges komplett verschlafen und falsch eingeschätzt haben“, sagt Walter Döring.
Als zentrale Fehler nennt Döring ein übermäßiges Sicherheitsgefühl nach erfolgreichen Jahren. Daraus sei eine gewisse Überheblichkeit entstanden. Die Elektromobilität sei zu Beginn belächelt und mit der Einschätzung abgetan worden, sie werde sich nicht durchsetzen.
Auch die Politik nimmt Döring in die Verantwortung. Sie habe zu lange angenommen, dass kein wirklicher Handlungsbedarf bestehe. Maßnahmen wie Tankzuschüsse und Abwrackabgaben bewertet er kritisch, weil sie seiner Ansicht nach Altes subventionierten und den Wettbewerb nicht förderten.
Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb verweist Döring auf China. Dort sehe er sensationelle Autos zum halben Preis. Zugleich kritisiert er sowohl Subventionen als auch die Vorstellung, mit Zöllen allein eine Lösung herbeiführen zu können.
„Es braucht eine konzertierte Aktion. Das schafft Audi nicht alleine. Das schafft die Politik nicht alleine. Alle müssen Abstriche machen. Alle müssen ihren Anteil leisten“, sagt Döring.
Die Lage sei dramatisch. Döring hält es für bemerkenswert, dass im Jahr 2026 ernsthafte Überlegungen angestellt würden, chinesische Autos in deutschen Werken zu bauen.
Für die Region Heilbronn sieht Döring Risiken, insbesondere für die Zulieferer. Gleichzeitig verweist er darauf, dass Deutschland mehr zu bieten habe als die Automobilindustrie und dass es in der Region zahlreiche Weltmarktführer gebe, die nicht aus dem Automobilbereich stammten.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Zeitraum Walter Dörings als Wirtschaftsminister | 1996 bis 2004 |
| Zieltermin für wettbewerbsfähige Fabrikkosten in Neckarsulm | Ende Juni 2027 |
| Preisvergleich chinesischer Autos laut Interview | zum halben Preis |
| Jahr der von Döring angesprochenen Überlegungen | 2026 |
Zusammenfassung: Quelle: SWR. Walter Döring sieht Managementfehler bei der Einschätzung der Elektromobilität und eine Mitverantwortung der Politik. Für den Audi-Standort Neckarsulm bleibt die Lage bis zur geplanten Senkung der Fabrikkosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bis Ende Juni 2027 ungewiss.
Quellen:
- Stadt bewertet ihr Gänsemanagement positiv: Ei-Entnahmen
- Wie Jako sein Client Management mit UEM automatisiert
- Management im Stall ist für das Tierwohl entscheidend
- Nach erfolgreichem Management-Buy-out: J.G. Weisser sichert sich neue internationale Aufträge
- Interview mit Ex-Wirtschaftsminister Döring: "Automobilbosse haben einiges komplett verschlafen"
- Krise bei Volkswagen: Arbeitnehmer wollen Gespräche mit VW-Vorstand erzwingen