Deutsche Wirtschaft unter Druck: Wettbewerb, Arbeitskräftemangel und politische Kursfragen

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: News and Updates

Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Deutschlands Wettbewerbsdruck, den zunehmenden Bedarf an Zuwanderung und Ernteausfälle sowie Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Pressespiegel: Wirtschaft zwischen Standortpolitik, Arbeitskräftemangel und wachsendem Wettbewerbsdruck

Merz stellt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ins Zentrum

Bundeskanzler Friedrich Merz will bei der nächsten schwarz-roten Kabinettsklausur die Zukunft der deutschen Wirtschaft in den Mittelpunkt rücken. Nach Angaben der WELT findet das Treffen am 25. und 26. August auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg statt.

Der zentrale Tagesordnungspunkt trägt den Titel „Deutschland auf Kurs bringen“. Im Fokus stehen Rahmenbedingungen für industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Schlüsseltechnologien. Als Gäste sind unter anderem Siemens-Chef Roland Busch und Aidan Gomez, CEO des kanadischen KI-Start-ups Cohere, eingeladen. Cohere hatte zuletzt das Heidelberger Unternehmen Aleph Alpha übernommen, das lange als deutsche KI-Hoffnung galt.

Auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich soll einen Impulsvortrag halten. Darüber hinaus sind konkrete Demonstrationen geplant: Der Münchner Hersteller Tytan Technologies soll eine „Flugdemonstration der neuesten Abfangdrohne“ zeigen. Das Bundeskriminalamt will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien vorstellen, während der Zoll eine App zur digitalen Personenüberprüfung präsentieren soll.

Quelle: WELT

Zusammenfassung: Die Kabinettsklausur richtet den politischen Fokus auf industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität, Schlüsseltechnologien und den praktischen Einsatz neuer Technologien.

Ostdeutschland verliert deutsche Beschäftigte und braucht Zuwanderung

Die ostdeutsche Wirtschaft ist nach einer neuen Erhebung zunehmend auf Zuwanderer angewiesen. Zwischen 2023 und 2025 verloren die ostdeutschen Länder inklusive Berlin rund 141.000 Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit, während die Zahl der Beschäftigten ohne deutschen Pass um 90.000 stieg.

Das geht aus einem Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Betrachtet wurden sechs Bundesländer. Der Rückgang der Beschäftigung Deutscher in den ostdeutschen Ländern betrug zwischen Ende 2023 und Ende 2025 2,5 Prozent, die Gesamtbeschäftigung ging um 0,8 Prozent zurück. Deutschlandweit stieg die Beschäftigung insgesamt dagegen leicht um 0,2 Prozent, während die Beschäftigung Deutscher um 1,4 Prozent zurückging.

Das Institut warnt vor weiteren Arbeitskraftverlusten, wenn Beschäftigte in den Ruhestand wechseln oder Menschen in ihre Herkunftsländer zurückwandern. Besonders eine verstärkte Rückwanderung nach Polen und in andere überwiegend osteuropäische Länder könne zu „substanziellen Lücken an den Arbeitsmärkten“ führen. Deshalb müsse die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Drittstaaten gestärkt werden, andernfalls könne sich dies laut IW „sehr negativ auf den Wohlstand auswirken“.

Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen könnte sich verschlechtern. Das gelte etwa für den pflegerischen Bereich.

Seit 2024 beobachtet das IW eine zunehmende Rückwanderungsbewegung in Länder, die 2004 der Europäischen Union beigetreten sind. Bis vergangenen Dezember verlor Ostdeutschland demnach bereits 7800 Beschäftigte aus diesen EU-Ländern.

KennzahlWert
Anteil nicht deutscher Staatsangehöriger an der Beschäftigung 20154,8 Prozent
Anteil nicht deutscher Staatsangehöriger an der Beschäftigung 202513,3 Prozent
Ausländische sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ende vergangenen Jahres845.000
Anteil aus Polen16,2 Prozent
Anteil aus der Ukraine7,4 Prozent
Anteil der acht außereuropäischen Hauptherkunftsländer12,7 Prozent

Die ausländischen Beschäftigten trugen 2025 rund 68,3 Milliarden Euro zur Wertschöpfung in Ostdeutschland bei. Das entsprach 10,5 Prozent der Wertschöpfung; geringfügige Beschäftigung wurde dabei berücksichtigt. Rund zwei Drittel dieses Beitrags entfielen auf Beschäftigte, die erst in den letzten zehn Jahren hinzugekommen waren.

GebietBeitrag der seit 2015 hinzugekommenen ausländischen Arbeitskräfte zur Gesamtwertschöpfung
Berlin10,2 Prozent
Brandenburg7,1 Prozent
Thüringen5,4 Prozent
Sachsen5,1 Prozent
Sachsen-Anhalt4,9 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern4,4 Prozent
Ganz Ostdeutschland6,9 Prozent

Quelle: Capital.de

Zusammenfassung: Der Arbeitsmarkt in Ostdeutschland steht wegen des Rückgangs deutscher Beschäftigter und möglicher Rückwanderung unter Druck. Ausländische Beschäftigte stellen laut IW bereits einen bedeutenden Anteil der Beschäftigung und Wertschöpfung.

Ernteausfälle beschäftigen die Wirtschaft

Die tagesschau berichtete über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen aufgrund der Ernteausfälle. In einem Beitrag ordnet Anja Kohl vom Hessischen Rundfunk die Auswirkungen auf Wirtschaft und Börse ein.

Der Beitrag ist unter den Themen „Ernteausfall“ und „Börse“ eingeordnet. Weitere konkrete Zahlen oder detaillierte wirtschaftliche Folgen nennt der vorliegende Quellenauszug nicht.

Quelle: tagesschau.de

Zusammenfassung: Die Ernteausfälle werden als wirtschaftlich und möglicherweise börsenrelevant eingeordnet; eine ausführliche Bewertung enthält der vorliegende Auszug nicht.

Unabhängigkeit der US-Notenbank unter Beobachtung

In den USA wächst der Druck auf den neuen Fed-Chef Kevin Warsh. US-Präsident Donald Trump versucht laut n-tv, die Notenbank stärker zu kontrollieren und einen Chef zu gewinnen, der niedrigere Zinsen unterstützt.

Bei seiner Bestätigungsanhörung vor dem US-Senat im April versprach Warsh, unabhängig zu handeln. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete ihn dennoch als „menschliche Sockenpuppe“, die nur wiederhole, was der US-Präsident wolle.

„Ich fühle mich geehrt, dass der Präsident mich für dieses Amt nominiert hat, und werde unabhängig handeln“, sagte Kevin Warsh laut n-tv.

Neue Berichte des Wall Street Journal und von Bloomberg nähren den Verdacht, dass Trump seit Warshs Ernennung vor drei Monaten wiederholt mit dem Fed-Chef telefoniert. Dabei soll es angeblich um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs und des KI-Hypes gegangen sein. Ob auch Zinsentscheidungen Thema waren, bleibt laut Bericht unklar.

Regelmäßige Gespräche zwischen US-Präsident und Fed-Chef gelten als ungewöhnlich. In der Regel läuft die Kommunikation der US-Regierung mit der Notenbank über den Finanzminister. Treffen zwischen Präsident und Notenbankchef gab es in der Vergangenheit vor allem in Krisen wie beim großen Crash 2008 oder bei formalen Anlässen mit großem Vorlauf.

Warsh sagte im Juli bei seinem halbjährlichen Bericht vor dem US-Senat: „Ich habe keinerlei Bedenken, Anrufe vom Ausschussvorsitzenden oder vom US-Präsidenten entgegenzunehmen.“ Beim zweiten Zinsentscheid unter seiner Führung senkte die US-Notenbank die Zinsen nicht, wie Trump verlangt hatte, erhöhte sie aber auch nicht, obwohl dies angesichts der hartnäckigen Inflation und des Iran-Kriegs von vielen am Finanzmarkt erwartet worden war.

Drei Fed-Gouverneure äußerten öffentlich abweichende Meinungen. Laut n-tv hat kein Fed-Chef seit den 70er Jahren einen solchen Widerstand erlebt.

Die Zweifel an der Unabhängigkeit spiegeln sich laut Bericht auch am Anleihemarkt wider. Die Zinsen für 30-jährige US-Staatsanleihen stiegen deutlich und liegen unter anderem wegen der Zweifel an Warshs Unabhängigkeit auf dem höchsten Stand seit 2007.

Warsh war vor seiner Ernennung selbst für eine straffe Geldpolitik eingetreten. Er lehnte die Nullzins-Politik und die Anleihenkäufe nach der Finanzkrise ab und trat 2011 aus Protest von seiner damaligen Position als Fed-Gouverneur zurück. Später argumentierte er im Wall Street Journal für niedrigere Zinsen, die dank des KI-Booms möglich seien.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt Warshs persönlichen Verbindungen zu Trump. Sein Schwiegervater Ron Lauder ist ein enger Freund und Vertrauter des US-Präsidenten, langjähriger Großspender der Republikaner und ehemaliger Botschafter in der Reagan-Regierung. Lauder habe auch Trump mit Millionen Dollar unterstützt.

Der Bericht verweist zudem auf die historische Erfahrung mit Richard Nixon und dem damaligen Fed-Chef Arthur Burns in den 70er Jahren. Nixon drängte Burns vor der Wahl 1972 zur Senkung der Zinsen. Ende der 70er Jahre gerieten die USA in einen Teufelskreis aus hartnäckiger Inflation und Arbeitslosigkeit.

Ob Warsh dem politischen Druck tatsächlich nachgibt, ist laut n-tv offen. Der Anleihemarkt könnte ihn wegen der hohen US-Staatsschulden und der hartnäckigen Inflation zu höheren statt niedrigeren Zinsen zwingen.

Quelle: n-tv.de

Zusammenfassung: Die regelmäßigen Kontakte zwischen Donald Trump und Kevin Warsh sowie Warshs geldpolitischer Kurs sorgen für Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die Entwicklung wird von Investoren besonders am Markt für 30-jährige US-Staatsanleihen beobachtet.

Deutsche Bahn wehrt sich gegen mehr Wettbewerb im Fernverkehr

Die Deutsche Bahn klagt gegen einen Beschluss der Bundesnetzagentur, der Wettbewerbern im Fernverkehr mehr Zugang zu wichtigen Bahnstrecken ermöglichen soll. Die Bonner Behörde hatte im Juli entschieden, dass die Infrastrukturtochter DB Infrago künftig 25 bis 40 Prozent der Kapazitäten auf wichtigen Bahnstrecken an andere Unternehmen als die Fernverkehrssparte der Bahn vergeben muss.

Von 2028 an will der italienische Zugbetreiber Italo den ICEs der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Die Entscheidung der Bundesnetzagentur gilt deshalb als wichtiger Schritt für mehr Wettbewerb auf der Schiene.

Nach Darstellung der SZ ist die Deutsche Bahn auf den ICE-Strecken in Deutschland bislang quasi Monopolist. Die Klage des Staatskonzerns richtet sich gegen die Vorteile, die der Beschluss für den italienischen Anbieter Italo schafft.

Die Debatte betrifft auch die möglichen Folgen für Reisende. Mehr Wettbewerb auf Fernstrecken könnte die Angebotsstruktur verändern und die Frage aufwerfen, wie zusätzliche Anbieter auf dem bestehenden Schienennetz Platz finden.

Quelle: SZ.de

Zusammenfassung: Die Deutsche Bahn geht gerichtlich gegen eine Regelung vor, die Wettbewerbern zwischen 25 und 40 Prozent der Kapazitäten auf wichtigen Strecken sichern soll. Italo plant ab 2028 einen Einstieg in den Wettbewerb mit den ICEs.

Quellen: