Nena-Absage und Bahn-Krise: Management unter wachsendem Druck

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: News and Updates

Zusammenfassung: Die Deutsche Bahn steht wegen schlechter Pünktlichkeit und Managementversäumnissen in der Kritik, während die Vorband Ohrange kurzfristig von Nenas Konzert ausgeladen wurde.

Nena-Management sagt Vorband Ohrange wenige Stunden vor Konzert ab

Beim Konzert von Nena im Schlosspark Schwarzenfeld in Bayern sollte die Band Ohrange ursprünglich als Vorband auftreten. Der Auftritt wurde jedoch am selben Tag abgesagt, als die Musiker bereits aus der Eifel zum Veranstaltungsort unterwegs waren.

Ohrange teilte gegen 10 Uhr morgens auf Instagram mit, dass der geplante Auftritt kurzfristig gestrichen worden sei. Der örtliche Veranstalter habe der Band noch vorgestern grünes Licht gegeben, damit sie die Wartezeit bis zum Konzert musikalisch versüße; der Auftritt sei daraufhin angekündigt und veröffentlicht worden.

Nach Angaben der Musiker habe das Management von Nena schließlich entschieden, dass keine Vorband gewünscht sei. Die Band bezeichnete die Absage als „mehr als enttäuschend“, erklärte aber zugleich, die Entscheidung zu respektieren und daran nichts ändern zu können.

Nena selbst äußerte sich laut t-online.de zunächst nicht zu dem Vorgang. Die 66-Jährige ist seit Ende Juli mit ihrem Album „Wir gehören zusammen“ auf Tour; für dieses Jahr waren noch 30 Termine geplant, darunter Auftritte in Berlin, Bremen und Leipzig. Ohrange sollte am Montagabend wieder auf der Bühne stehen, allerdings nicht bei Nena.

„Heute – nachdem wir bereits frühmorgens aus der Eifel losgefahren sind, um rechtzeitig in Schwarzenfeld anzukommen – haben wir erfahren, dass das Management von Nena doch keine Vorband wünscht.“

Zusammenfassung: Die Vorband Ohrange wurde am Tag des Nena-Konzerts abgesagt, obwohl der Auftritt zuvor angekündigt worden war und die Musiker bereits unterwegs waren. Quelle: t-online.de.

Bahnchefin Evelyn Palla kritisiert Management und Pünktlichkeit

Die Deutsche Bahn bleibt bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr hinter ihrem eigenen Ziel zurück. Im ersten Halbjahr 2026 waren nach Angaben der Bahn 59 Prozent der Fernzüge pünktlich; in einer weiteren Darstellung wurde die Quote mit 58,7 Prozent angegeben.

Bahnchefin Evelyn Palla bezeichnete den Wert als nicht gut. In drei Viertel der Fälle lagen die Verspätungen allerdings unter 15 Minuten. Ein Fernzug wird bei der Deutschen Bahn ab einer Verzögerung von sechs Minuten in der Verspätungsstatistik als verspätet geführt; Zugausfälle werden in der betrieblichen Pünktlichkeit nicht berücksichtigt.

Für das laufende Jahr hatte Palla ein Pünktlichkeitsziel von mindestens 60 Prozent ausgegeben. Dieses Ziel wurde im bisherigen Jahresverlauf verfehlt. Im Regionalverkehr lag die Pünktlichkeit bei 88 Prozent.

Fernverkehr im ersten Halbjahr 202659 Prozent
Fernverkehr im ersten Halbjahr 202658,7 Prozent
Regionalverkehr88 Prozent
Pünktlichkeitsziel für das laufende Jahrmindestens 60 Prozent
Verspätungsgrenze für Fernzügesechs Minuten
Verspätungen unter 15 Minutendrei Viertel der Fälle

Palla führte die weiterhin schwierige Lage auf zu viele Störungen und Baustellen im Netz zurück. Schnelle Verbesserungen bei der Pünktlichkeit könne sie deshalb nicht versprechen. Das Gröbste der Probleme solle bis 2035 überwunden sein, wenn die Bahn ihr 200-jähriges Jubiläum feiert.

Gleichzeitig verwies die Bahnchefin auf positive Kennzahlen. Die Bahn verzeichnete mit rund 960 Millionen Reisenden einen Passagierrekord und machte erstmals seit sieben Jahren einen Gewinn von 150 Millionen Euro. Dem standen Schulden in Höhe von 21,6 Milliarden Euro gegenüber.

Bei der Zuverlässigkeit gab Palla dem eigenen Unternehmen die Schulnote 4 minus, insgesamt bewertete sie die Bahn mit einer 3. Der Konzernumbau sieht unter anderem eine Verschlankung der Zentrale und eine Verlagerung von Verantwortung in die Fläche vor; zahlreiche Führungspositionen wurden bereits gestrichen.

Zusammenfassung: Die Fernverkehrspünktlichkeit lag im ersten Halbjahr 2026 unter dem Ziel von mindestens 60 Prozent. Zugleich meldete die Bahn einen Passagierrekord von rund 960 Millionen Reisenden und erstmals seit sieben Jahren einen Gewinn von 150 Millionen Euro. Quellen: Hasepost, DIE ZEIT und Kölnische Rundschau.

„Organisierte Verantwortungslosigkeit“: Palla rechnet mit früherer Führungskultur ab

Evelyn Palla machte die bisherige Leistungskultur im Management für einen Teil der Probleme der Deutschen Bahn verantwortlich. Verantwortung sei zu häufig zwischen der zentralen Verwaltung und der operativen Ebene hin- und hergeschoben worden.

In der Vergangenheit habe es bei mehrfachen Zielverfehlungen kaum Konsequenzen gegeben. Nach Pallas Darstellung konnte man sich jahrelang damit begnügen, ausreichend zu erklären, warum Ziele nicht erreicht wurden, anstatt die Probleme zu lösen.

„Die Leistungskultur der Vergangenheit war für die Performance der Bahn nicht ausreichend, das wollen wir ändern.“

Die Bahnchefin betonte, dass ihre Kritik nicht den Beschäftigten im operativen Bereich gelte. Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter und Disponenten würden täglich mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen, improvisieren und die Eisenbahn trotzdem am Laufen halten.

„Die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter, Disponenten und alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen – das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.“

Auch die Börsen-Zeitung berichtet, Palla wolle die Verantwortung in den dezentralen Einheiten stärker verankern. Pünktlichkeit beginne aus ihrer Sicht mit einer klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle. Die seit Oktober amtierende Bahn-Chefin bezeichnete die Lage des Unternehmens als schwerste Krise seiner Unternehmensgeschichte.

Die Kritik richte sich laut Palla nicht allein gegen einzelne Strukturen, sondern gegen die Umsetzung im gesamten Management. Viele Ebenen in der Verwaltung seien bereits gestrichen worden; allein dieser Schritt mache jedoch noch keine bessere Bahn. Eine Veränderung werde erst eintreten, wenn Verantwortung in den dezentralen Einheiten wahrgenommen und gelebt werde.

Zusammenfassung: Palla fordert einen Kulturwandel im Bahn-Management und will Verantwortung sowie messbare Ergebnisse stärker in den Mittelpunkt stellen. Die operativen Beschäftigten nimmt sie ausdrücklich von ihrer Kritik aus. Quellen: Börsen-Zeitung, DIE ZEIT und Kölnische Rundschau.

Claus Weselsky verschärft die Kritik an der Bahn-Führung

Der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, kritisierte die Führung der Deutschen Bahn ebenfalls scharf. Anlass war ein Gespräch in einem ZDF-Podcast, in dem er die strategische Ausrichtung des Konzerns und die Vernachlässigung der deutschen Infrastruktur thematisierte.

Weselsky warf maßgeblichen Kräften im Konzern vor, den bisherigen Zustand bewahren zu wollen. Er kritisierte, dass sich die Bahn in den vergangenen Jahrzehnten an unterschiedlichen Unternehmen im Ausland beteiligt habe, während die Infrastruktur in Deutschland vernachlässigt worden sei.

„Diese Vorstände der Deutschen Bahn können alles außer Eisenbahn“.

Nach Weselskys Darstellung gebe es Tausende von Führungskräften, die jeweils eigene Projekte verfolgten, während die Steuerung der Eisenbahn entglitten sei. Er machte „Erbsenzählerei“ und Rationalisierungsmaßnahmen dafür mitverantwortlich, dass das System nachhaltig beschädigt worden sei.

Die Reformen gingen dem früheren Gewerkschaftschef nicht schnell genug. In dem Podcast wurde außerdem die Einschätzung geäußert, dass es für viele Bürgerinnen und Bürger längst nicht mehr allein um die Pünktlichkeit gehe. Die Probleme der Bahn würden zunehmend als Versagen des Staates wahrgenommen; viele Menschen hätten resigniert.

Zusammenfassung: Weselsky verbindet die aktuellen Bahnprobleme mit früheren Managemententscheidungen, Auslandsaktivitäten und einer Vernachlässigung der Infrastruktur in Deutschland. Er hält die Reformen für zu langsam. Quelle: Kölnische Rundschau.

Management-Ratschläge: Wie Führungskräfte ihre Position stärken können

Die WirtschaftsWoche beschäftigt sich mit der Frage, wie Manager ihre Position in unsicheren Zeiten sichern können. Als Ausgangspunkt nennt der Beitrag die Kritik an der Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz und den Rauswurf von Staatssekretären; die Abberufung von Patrick Schnieder als Verkehrsminister zog sich über mehrere Tage, ehe Schnieder sein Amt niederlegte.

Führungskräfte könnten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ihre Vorgesetzten an ihnen festhalten, indem sie klar zeigen, wofür sie stehen, was sie von anderen unterscheidet und welche Netzwerke sie im Unternehmen haben. Der Führungsberater Julius Bachmann empfiehlt, sich als Mensch und Ressource „unverwechselbar“ zu machen.

Der Beitrag nennt drei zentrale Empfehlungen:

Bachmann rät Führungskräften, beim Vorgesetzten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein Vorstandschef könne sich nicht den Output jedes Einzelnen merken, erinnere sich aber daran, wenn jemand an einem Feiertag zu einem Kunden fliege, um ein Problem zu lösen.

Gleichzeitig warnt der Experte vor taktischen Machtspielen und einer reinen Abwehrhaltung. Geradlinige und ehrliche Führungskräfte mit einer guten Beziehung zum Chef sollten sich demnach auch trauen, diesen zu konfrontieren und auf die Belastung durch Ungewissheit hinzuweisen.

Zusammenfassung: Die WirtschaftsWoche empfiehlt Managern, sichtbar zu bleiben, eigene Fähigkeiten klar herauszustellen und Netzwerke verantwortungsvoll einzusetzen. Entscheidend seien Unternehmertum, Risikobereitschaft und ein erkennbarer Beitrag zum Unternehmenserfolg. Quelle: WiWo.

Quellen: