Ölkrise, Bäckerei-Insolvenz und Zollkontrollen: Die wichtigsten Nachrichten
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: News and Updates
Zusammenfassung: Der Iran schlägt eine Öffnung der Straße von Hormus vor, während hohe Ölpreise, Risiken für Lieferwege und geplante Entlastungen die Energieversorgung prägen; zudem meldet eine Bäckerei Insolvenz und Fleischersatz gewinnt an Bedeutung.
Ölpreis, Benzinkosten und ein möglicher Ausweg aus der Hormus-Krise
Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet über einen Vorschlag des Iran an die USA, die seit sieben Monaten weitgehend blockierte Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder zu öffnen. Durch die Meerenge fließen normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi soll den Plan am Rande der UN-Generalversammlung in New York über Vermittler an die US-Regierung übermittelt haben. Nach seinen Angaben könne die Umsetzung sofort nach einer Zustimmung Washingtons beginnen; konkrete Bedingungen nannte er jedoch nicht. Das Weiße Haus bestätigte positive und konstruktive Gespräche über Vermittler, direkte Verhandlungen zwischen den USA und Iran finden weiterhin nicht statt.
Der Rohölpreis der Sorte Brent lag laut Quelle bei mehr als 105 US-Dollar je Barrel und hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 70 Prozent verteuert. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel Brent zur Lieferung im November rund 105,72 US-Dollar, nachdem der Preis innerhalb von 48 Stunden um rund zehn Prozent gestiegen war.
„Brent dürfte sich wahrscheinlich um 100 bis 110 Dollar halten, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert“, sagte Haris Khurshid von Karobaar Capital laut „Frankfurter Rundschau“ der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Eine glaubwürdige Vereinbarung könnte den Preis demnach rasch wieder unter 100 Dollar drücken. Weitere Probleme bei Exporten oder in der Logistik könnten dagegen einen Preis von 120 Dollar ins Spiel bringen.
Zusätzliche Risiken entstehen durch Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz auf eine rund 1200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. Die Pipeline transportiert Öl von der Ostküste des Königreichs am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer und umgeht damit die Straße von Hormus. Ihre maximale Kapazität liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag; nach einer vorsorglichen Stilllegung soll wieder Öl fließen, allerdings wegen der Schäden deutlich weniger als zuvor.
Frankreich will nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme nach Yanbu entsenden. Kampfflugzeuge seien „aktuell nicht vorgesehen“. Macron erklärte außerdem, dass täglich bis zu fünf Millionen Barrel Rohöl über Yanbu verladen werden könnten und eine Entspannung der Lage zwei Tage später an niedrigeren Preisen an der Tankstelle spürbar wäre.
In Deutschland plant die schwarz-rote Koalition laut „Frankfurter Rundschau“ eine Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent pro Liter bis Ende Dezember. Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich eine rechnerische Entlastung von 17 Cent pro Liter. Wirtschaftsexperten bezweifeln jedoch, dass die Steuersenkung vollständig bei den Verbrauchern ankommt.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Der Iran schlägt eine Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen vor.
- Ein Barrel Brent lag bei rund 105,72 US-Dollar.
- Durch die Straße von Hormus fließen normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls.
- Die geplante rechnerische Entlastung in Deutschland beträgt 17 Cent pro Liter einschließlich Mehrwertsteuer.
Quelle: Frankfurter Rundschau; im Artikel genannte Quellen: New York Times, Bild, dpa, Bloomberg, Guardian, TF1 und France2.
Genuss-Bäckerei Tillmann meldet Insolvenz an
Die Genuss-Bäckerei Tillmann aus Balve im Sauerland hat Insolvenz angemeldet. Der Familienbetrieb besteht seit mehr als sechs Jahrzehnten und beschäftigt 105 Menschen an acht Standorten.
Wie „T-Online“ unter Berufung auf „Ruhr24“ und „Münster aktuell“ berichtet, soll der Betrieb zunächst weiterlaufen. Alle acht Filialen bleiben geöffnet, Produktion und Verkauf werden vorerst fortgesetzt.
Das Amtsgericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Jan Janßen aus Köln zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er prüft nun die wirtschaftliche Lage des Unternehmens; ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, entscheidet das Gericht erst nach Abschluss dieser Prüfung.
Zum Unternehmen gehören das Stammhaus an der Hauptstraße in Balve, Filialen in Menden, Sundern, Neuenrade und Werdohl sowie eine Eisdiele und ein Verkaufswagen. Laut Inhaber Rainer Tillmann sind die Gehälter der Beschäftigten für drei Monate gesichert.
Als Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten nennt Tillmann mehrere Entwicklungen, die sich über rund eineinhalb Jahre aufgebaut hätten. Dazu zählen eine schwache Konjunktur, Baustellen im Umfeld verschiedener Filialen, gestiegene Personal- und Kraftstoffkosten, bürokratische Belastungen sowie der Wettbewerb mit Discountern.
Ziel des Verfahrens sei es, den Betrieb zu sanieren und Arbeitsplätze sowie Standorte langfristig zu erhalten. Welche konkreten Maßnahmen dafür notwendig werden, ist laut Quelle noch offen.
Auch für Gutscheininhaber besteht Handlungsbedarf. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt laut „Ruhr24“, Gutscheine möglichst bald in einer der geöffneten Filialen einzulösen, weil nach einer möglichen Verfahrenseröffnung unklar sei, ob und in welcher Höhe das Geld zurückerstattet wird.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Die Bäckerei Tillmann beschäftigt 105 Menschen.
- Der Familienbetrieb besteht seit mehr als sechs Jahrzehnten.
- Alle acht Standorte bleiben vorerst geöffnet.
- Die Gehälter der Belegschaft sind für drei Monate gesichert.
Quelle: T-Online; im Artikel genannte Quellen: Ruhr24, Münster aktuell und Verbraucherzentrale NRW.
Fleischkonsum verändert sich – Fleischersatz gewinnt an Bedeutung
Der Fleischkonsum in Deutschland verändert sich, ohne dass ein massenhafter Umstieg auf vegetarische oder vegane Ernährung erkennbar ist. Die verbliebenen Käufer kaufen laut den von „PZ-news“ veröffentlichten Daten jedoch größere Mengen, während Fleischersatzprodukte weiter an Bedeutung gewinnen.
Von Januar bis Juli dieses Jahres kauften 93 Prozent der Haushalte Fleisch oder Geflügel. Das entspricht bei der Käuferreichweite zwei Prozentpunkten weniger als 2022. Gleichzeitig nahm die gekaufte Menge um drei Prozent zu.
Geflügel bleibt besonders gefragt und macht 35 Prozent des Fleischabsatzes aus. Es folgt Schweinefleisch mit 32 Prozent. Bei Wurstwaren gingen sowohl die Käuferreichweite als auch die Absatzmenge zurück.
Mehr als jeder vierte Fleischesser, nämlich 27 Prozent, plant, den Konsum von Fleisch und Wurst „in nächster Zeit“ zu reduzieren. Nur 2 Prozent wollen ihren Konsum erhöhen. Zugleich sagen 43 Prozent der Fleischesser, dass es ihnen guttun würde, weniger Fleisch, Wurst und Fisch zu essen.
Die Daten sprächen „weniger für einen breiten Trend zum Vegetarismus oder Veganismus, sondern stärker für die wachsende Bedeutung flexitarischer Ernährungsweisen“, erklärt YouGov-Expertin Petra Süptitz laut „PZ-news“.
Von den Menschen, die weniger tierische Produkte essen möchten, erwägen 22 Prozent eine komplett vegetarische Ernährung. 14 Prozent ziehen eine komplett vegane Ernährung in Betracht.
Parallel wächst der Markt für Fleischersatz. Knapp 35 Prozent der Haushalte kauften 2026 mindestens einmal entsprechende Produkte – so viele wie seit 2022 nicht. Besonders stark legten sonstige Fleischersatzprodukte wie Tofu und Falafel zu.
Der Umsatz fleischanaloger Produkte wie vegetarischer oder veganer Wurst stieg um gut 6 Prozent. Bei sonstigen Fleischersatzprodukten lag das Plus bei 38 Prozent. Insgesamt haben 58 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben bereits Fleischersatz probiert.
Als wichtigste Hürden für eine weitere Verbreitung gelten Preis und Zusammensetzung. 61 Prozent empfinden die Produkte als zu teuer, während 64 Prozent den Eindruck haben, dass viele vegetarische und vegane Ersatzprodukte zu viele Zusatzstoffe enthalten.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
| Käuferreichweite Fleisch oder Geflügel | 93 Prozent |
| Anteil Geflügel am Fleischabsatz | 35 Prozent |
| Anteil Schweinefleisch am Fleischabsatz | 32 Prozent |
| Geplante Reduzierung von Fleisch und Wurst | 27 Prozent |
| Haushalte mit Fleischersatzkäufen 2026 | Knapp 35 Prozent |
| Umsatzplus sonstiger Fleischersatzprodukte | 38 Prozent |
Quelle: PZ-news; Datengrundlage laut Artikel: YouGov und SINUS-Institut, Veröffentlichung zum Weltvegetariertag am 1. Oktober.
Russische Wirtschaft unter Druck: Insolvenzen und sinkende Investitionen
Die „taz“ beschreibt eine zunehmende Belastung der russischen Wirtschaft durch steigende Kosten, Steueränderungen, hohe Zinsen und die Folgen des Kriegs gegen die Ukraine. Immer mehr Unternehmen werden liquidiert, während die Investitionen zurückgehen.
Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden laut Quelle 467.000 Unternehmen aufgelöst. Besonders betroffen ist der Onlinehandel: Bis einschließlich Mai mussten 53.672 Firmen aus dem Bereich E-Commerce aufgeben.
Hinzu kommen die Folgen ukrainischer Drohnenangriffe auf Logistikzentren der Onlinehandelsunternehmen Wildberries und Ozon seit Juli. Der Verband für Internethandel in Russland spricht von 400.000 Geschädigten durch die Zerstörung von zwei Dutzend Umschlagsplätzen. Dabei gingen Waren im Wert von bis zu 800 Milliarden Rubel beziehungsweise 8,3 Milliarden Euro verloren.
Viele Kleinunternehmen gerieten bereits vor den Großbränden in Schwierigkeiten. Als Belastungen werden unter anderem um bis zu 63 Prozent gestiegene Verkaufsprovisionen sowie wachsende Kosten für Lagerung, Versand und Zahlungsabwicklung genannt.
Auch die Reisebranche leidet. Der russische Reisebüroverband stellte einen Rückgang der Inlandsreisen um bis zu ein Fünftel fest. Auf der okkupierten ukrainischen Halbinsel Krim gingen die Buchungen sogar um fast zwei Drittel zurück.
Als Ursachen nennt die „taz“ eine schrumpfende Kaufkraft, eine Benzinkrise nach ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien sowie Flughafensperrungen und Flugstreichungen bei Drohnenangriffen. Im ersten Halbjahr wurden 2.700 Reisebüros und Reiseveranstalter geschlossen, ein Anstieg um 52,3 Prozent.
Die Finanzierung wird durch hohe Zinsen erschwert. Der Leitzins der Zentralbank liegt bei 14 Prozent, Unternehmen zahlen bei Banken mindestens 20 Prozent Zinsen. Bei einem Viertel der 709.600 Kredite russischer Firmen und Soloselbstständiger gibt es laut Zentralbank Rückzahlungsverzögerungen im Umfang von 120 Milliarden Euro. Dies entspricht 11,8 Prozent aller Unternehmenskredite der Banken.
Die Steuerreform belastet insbesondere Kleinunternehmen. Die pauschale Kleinunternehmersteuer darf nur noch angewendet werden, wenn der Jahresumsatz bis zu umgerechnet 62.500 Euro beträgt; zuvor lag die Grenze bei bis zu 208.000 Euro. Außerdem wurde die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent erhöht, während die Einkommensteuer von der früheren Flat Tax von 13 Prozent auf eine progressive Besteuerung von bis zu 30 Prozent umgestellt wurde.
Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt ebenfalls. 39 Prozent des Einkommens werden mittlerweile für Lebensmittel ausgegeben. Beim sogenannten Borschtsch-Index verteuerte sich Kohl um 38 Prozent, Rote Bete, Kartoffeln und Zwiebeln wurden um 30 bis 32 Prozent teurer als vor einem Jahr.
Entgegen der Ankündigung eines „neuen Investitionszyklus“ durch Wladimir Putin gehen die Investitionen seit fünf Quartalen zurück. Im ersten Halbjahr sanken sie um 10 Prozent. Die Chefökonomin Sofja Donez sieht laut „taz“ das höchste Rezessionsrisiko seit fünf Jahren.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- In den ersten fünf Monaten wurden 467.000 Unternehmen aufgelöst.
- 53.672 E-Commerce-Firmen gaben bis einschließlich Mai auf.
- Bei einem Viertel der 709.600 Unternehmenskredite gibt es Rückzahlungsverzögerungen.
- Der Leitzins liegt bei 14 Prozent; Unternehmen zahlen mindestens 20 Prozent Zinsen.
- Die Investitionen sanken im ersten Halbjahr um 10 Prozent.
Quelle: taz.de; der Artikel erschien laut Quelle zuerst in der wochentaz.
Ukrainische Wirtschaft durch den Krieg unter Druck
Die „tagesschau“ berichtet über den Druck, unter dem die ukrainische Wirtschaft durch den Krieg mit Russland steht. Der vorliegende Quellenausschnitt enthält dazu keine weiteren ausformulierten Angaben zu Branchen, Kennzahlen oder konkreten wirtschaftlichen Maßnahmen.
Als zentrale Themen nennt die Meldung die Ukraine, die Wirtschaft und Russland. Die Berichterstattung erfolgte im Format der tagesthemen.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Die ukrainische Wirtschaft steht laut Meldung durch den Krieg mit Russland unter Druck.
- Die Quelle ordnet das Thema den Bereichen Ukraine, Wirtschaft und Russland zu.
Quelle: tagesschau.de.
Bundesweite Zollkontrollen in Barbershops und Friseursalons
Der Zoll hat bundesweit Barbershops und Kosmetikstudios kontrolliert. Im Mittelpunkt der Aktion standen Schwarzarbeit und Verstöße gegen den Mindestlohn.
Nach Angaben von Jens Ahland, Sprecher des beteiligten Hauptzollamts Köln, waren mehr als 2200 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz. In und um Köln lagen Barbershops besonders im Fokus.
Der Zoll stoße dort laut Ahland immer wieder auf Fälle von Schwarzarbeit. Beschäftigte seien in einigen Fällen gar nicht oder nur unzureichend versichert; außerdem werde der Mindestlohn unterschritten.
„Wir hatten auch schon Fälle von illegaler Beschäftigung und Scheinselbstständigkeit“, sagte Jens Ahland laut „Süddeutscher Zeitung“.
Ergebnisse der bundesweiten Kontrollaktion lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Die Meldung wurde laut Quelle automatisch von der Deutschen Presse-Agentur übernommen und von der Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ nicht bearbeitet.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Mehr als 2200 Zöllnerinnen und Zöllner waren im Einsatz.
- Kontrolliert wurden Barbershops und Kosmetikstudios.
- Im Fokus standen Schwarzarbeit und Verstöße gegen den Mindestlohn.
- Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.
Quelle: sueddeutsche.de; Meldung der Deutschen Presse-Agentur.
Quellen:
- Iran bietet USA überraschenden Öl-Deal: Fällt jetzt der Benzinpreis in Deutschland?
- Nächste Bäckerei-Kette rutscht in die Insolvenz: Mehr als 100 Jobs in Gefahr
- Verbraucher hinterfragen zunehmend Fleischkonsum - Wirtschaft weltweit - Pforzheimer-Zeitung
- Wirtschaft unter Putin: Und schleichend stirbt die russische Wirtschaft
- Ukrainische Wirtschaft durch Krieg mit Russland unter Druck
- Schwarzarbeit? - Zoll kontrolliert bundesweit in Barbershops und Friseure - Wirtschaft - SZ.de