Russlands Kriegswirtschaft unter Druck, Konsumboom und globale Schuldenrisiken

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: News and Updates

Zusammenfassung: Russlands Kriegsausgaben und Energieangriffe belasten Infrastruktur, Haushalt und zivile Wirtschaft zunehmend; Defizit, Inflation und Finanzrisiken steigen.

Pressespiegel: Kriegswirtschaft, Konsumtrends und wachsende Finanzrisiken

Sabotage und Drohnenangriffe setzen Russlands Energieinfrastruktur unter Druck

Die Frankfurter Rundschau berichtet über neue Angriffe und Sabotageakte tief im russischen Landesinneren. Am 7. September 2026 brach in einem Öldepot des Staatskonzerns Rosneft im südrussischen Sotschi ein Feuer aus. Die Kyiv Independent berief sich dabei auf lokale Quellen; Videos in sozialen Netzwerken zeigten dichten Rauch über der Anlage. Die genaue Ursache des Feuers blieb zunächst unbestätigt.

Nach Angaben des russischen Monitoring-Kanals ExileNova+ forderten die Behörden die Einwohner der Küstenstadt auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Luftalarm ging dem Brand nicht voraus. Ukrainische Drohnen hatten bereits am 3. und 4. September Ziele in Sotschi angegriffen, darunter ein russisches Schiff. Die Stadt liegt knapp 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und gilt als Sommer-Amtssitz von Präsident Wladimir Putin. Die genauen Schäden konnten laut Kyiv Independent bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Parallel meldete die pro-ukrainische Partisanengruppe Atesh einen Sabotageakt nahe Perm, etwa 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Ein desertierter russischer Soldat soll dort im August einen Kommunikationsturm zerstört haben, indem er die Verkabelung durchbrannte. Der Ausfall der Datenübertragung habe die Koordination russischer Militär- und Sicherheitskräfte vor Ort erschwert.

Nach Darstellung von Atesh ermöglichte diese Sabotage am 21. August einen ukrainischen Drohnenangriff auf die nahegelegene Lukoil-Ölraffinerie. Der Betrieb musste demnach vorübergehend ruhen. Die Anlage in Perm gehört zu den größten Russlands und verarbeitet jährlich über 13 Millionen Tonnen Rohöl. Auch diese Angaben konnten laut Kyiv Independent nicht unabhängig geprüft werden.

Die Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur wirken sich laut Bericht zunehmend auf das Angebot im russischen Binnenmarkt aus. Moskau verhängte bereits Exportbeschränkungen, nachdem sich landesweit lange Warteschlangen an Tankstellen gebildet hatten.

Anlage oder OrtAngabe aus der Quelle
SotschiKnapp 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt
PermEtwa 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt
Lukoil-Raffinerie in PermÜber 13 Millionen Tonnen Rohöl jährliche Verarbeitung
Lukoil Norsi-Raffinerie in Kstowo800 Kilometer von der Grenze entfernt; 15 bis 17 Millionen Tonnen Rohöl Jahreskapazität
Novatek-Ust-Luga-Komplex850 Kilometer von der Grenze entfernt

Der ukrainische Generalstab bestätigte am 4. September, dass nach Angriffen im August zwei weitere Großanlagen stillstanden. Die Lukoil-Norsi-Raffinerie in Kstowo, Russlands zweitgrößter Benzinproduzent, war am 26. August von Drohnen getroffen worden. Der Novatek-Ust-Luga-Komplex, ein zentraler Ostsee-Hafen für den Export von Erdölprodukten, stellte seinen Betrieb nach einem Angriff am 1. September ein.

Atesh berichtet außerdem von wachsendem Zulauf zum Widerstand, besonders auf der russisch besetzten Halbinsel Krim. Die Gruppe behauptet, dass sich mehr Menschen dem Widerstand anschließen oder sensible Informationen über Militäreinrichtungen weitergeben wollen. Zuvor hatte Atesh Sabotageakte gegen ein Umspannwerk in Südrussland und Logistikzentren in der Oblast Lipezk für sich beansprucht.

Zusammenfassung: Die Frankfurter Rundschau beschreibt eine wachsende Gefährdung russischer Energie- und Kommunikationsstrukturen durch Drohnenangriffe und Sabotage. Mehrere Angaben stammen von Konfliktparteien oder lokalen Quellen und sind laut Bericht nicht unabhängig verifiziert.

Russlands Militärausgaben steigen deutlich, während das Haushaltsdefizit wächst

Die Frankfurter Rundschau beschäftigt sich mit der finanziellen Belastung Russlands durch den Krieg gegen die Ukraine. Nach einer Auswertung des „Russian Budget Monitors“ von Janis Kluge, Ökonom und Russlandexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, stiegen Russlands Militärausgaben im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent auf 10,7 Billionen Rubel, rund 106 Milliarden Euro.

Diese Summe entspricht etwa 4,7 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Wirtschaftsleistung Russlands. Sollte der Kreml dieses Tempo beibehalten, könnte der Anteil bis zum Jahresende auf mehr als neun Prozent wachsen. Laut Kluge wäre dies ein Höchststand in der Geschichte des Landes seit dem Zerfall der Sowjetunion.

Die Berechnungen basieren auf offiziellen Daten des russischen Finanzministeriums. Weil ein erheblicher Teil der Militärausgaben nicht mehr offen nach Verwendungszweck ausgewiesen wird, muss der militärische Anteil bei geheim klassifizierten Ausgaben auf Grundlage verfügbarer Haushaltsdaten geschätzt werden. Für das erste Quartal kam Kluge auf 5,9 Billionen Rubel, rund 59 Milliarden Euro, und damit rund 30 Prozent mehr Militärausgaben als im selben Zeitraum 2025.

Besonders auffällig ist die Entwicklung, weil die russische Regierung für 2026 eigentlich einen Sparkurs angekündigt hatte. Verteidigungsminister Andrej Beloussow hatte Ende 2025 erklärt, die Kosten könnten auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert oder sogar etwas reduziert werden. Dabei verwies er auf Einsparungen von einer Billion Rubel, die 2025 erreicht worden seien.

KennzahlAngabe aus der Quelle
Militärausgaben im ersten Halbjahr 202610,7 Billionen Rubel; rund 106 Milliarden Euro
Anstieg gegenüber dem VorjahreszeitraumRund 30 Prozent
Anteil an der erwarteten WirtschaftsleistungEtwa 4,7 Prozent
Militärausgaben im ersten Quartal5,9 Billionen Rubel; rund 59 Milliarden Euro
Haushaltsdefizit Januar bis Juli 2026Rund 6,5 Billionen Rubel; rund 65 Milliarden Euro; 2,8 Prozent des BIP
Ursprünglich eingeplantes Defizit3,8 Billionen Rubel; 38 Milliarden Euro; 1,6 Prozent
Inflation im Juli6,0 Prozent
Leitzins14 Prozent

Von Januar bis Juli 2026 verbuchte der Kreml nach vorläufigen Angaben des russischen Finanzministeriums ein Defizit von rund 6,5 Billionen Rubel, rund 65 Milliarden Euro, beziehungsweise 2,8 Prozent des BIP. Ursprünglich waren 3,8 Billionen Rubel, 38 Milliarden Euro, beziehungsweise 1,6 Prozent eingeplant worden. Das Finanzministerium erklärte zugleich, ein Teil des hohen Defizits gehe auf vorgezogene Zahlungen und die frühzeitige Finanzierung staatlicher Aufträge zurück.

Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr nur um 8,8 Prozent, während die Ausgaben um 14,5 Prozent zunahmen. Einen unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrott lasse sich daraus jedoch nicht ableiten. Nach Einschätzung von BOFIT liegt die Staatsschuldenquote bei weniger als 20 Prozent des BIPs. Der Internationale Währungsfonds veranschlagt die Bruttoschulden des Gesamtstaats für 2026 auf 19,1 Prozent des BIPs.

Gleichzeitig warnt die Quelle vor zunehmenden Belastungen für die zivile Wirtschaft. Die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina verwies auf ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Durch die Kriegswirtschaft kaufe der Staat Arbeitskräfte, Kapital und Produktionskapazitäten auf, während andere Wirtschaftsbereiche zurückstehen müssten. Konsum und private Investitionen würden dadurch gebremst.

Die Inflation lag im Juli bei 6,0 Prozent und damit über dem Ziel der Zentralbank von vier Prozent. Der Leitzins wurde mit aktuell 14 Prozent auf hohem Niveau gehalten. Die Mehrwertsteuer wurde Anfang 2026 von 20 auf 22 Prozent erhöht und brachte im ersten Halbjahr laut Steuerbehörde 426 Milliarden Rubel, 4,2 Milliarden Euro, zusätzlich ein.

Nach Berechnungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI lagen die zivilen Ausgaben 2026 bei rund 76 Prozent des Niveaus von 2020. Während die Wertschöpfung kriegsnaher Industrien 2025 laut BOFIT um 20 Prozent wuchs, betrug das Wachstum in anderen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes nur 0,4 Prozent.

Auch die Einnahmen aus Öl und Gas gingen zurück. Von Januar bis Juli lagen sie nach Angaben des Finanzministeriums 16,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ende August deckte Russlands Benzinproduktion nach mehreren Angriffen zeitweise nur noch rund 70 Prozent des heimischen Bedarfs. Zudem wurde der Ausschank an Tankstellen regional gedeckelt. Die Regierung senkte ihre Prognose für die Ölförderung 2026 laut Reuters auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Zusammenfassung: Die Quelle sieht steigende Militärausgaben, ein höheres Haushaltsdefizit und sinkende Öl- und Gaseinnahmen als wachsende Belastungen für Russland. Ein Staatsbankrott lässt sich aus den genannten Daten nicht ableiten, die Spielräume des Staates stehen jedoch zunehmend unter Druck.

Handelsgastronomie erreicht in Deutschland Rekordumsatz

SZ.de berichtet über den Boom von heißen Theken und Imbissangeboten im Einzelhandel. Während die klassische Gastronomie vielerorts Gäste verliert, kaufen viele Menschen ihre Mahlzeiten zunehmend beim Wocheneinkauf, im Möbelhaus, im Supermarkt oder auf dem Baumarktparkplatz.

Nach einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI setzten Händler in Deutschland 2025 rund 13,3 Milliarden Euro mit Handelsgastronomie um. Das waren 7,1 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Seit 2019 stiegen die Erlöse um fast 33 Prozent. Laut EHI beruht der Anstieg auf höheren Kundenfrequenzen und gestiegenen Preisen.

Für 2026 erwartet das Institut ein weiteres Plus. Grundlage der Untersuchung war eine Befragung unter 29 Handelsunternehmen mit knapp 6.100 Filialen. Die Ergebnisse wurden auf die Gesamtbranche hochgerechnet.

Zur Handelsgastronomie zählen verzehrfertig zubereitete Speisen, Snacks und Getränke im Einzelhandelsumfeld. Verbreitete Formate sind Bäckereien, Cafés, Imbisse, heiße Theken, Restaurants und Delis in Supermärkten, Einkaufszentren, Tankstellen, Möbel- oder Baumärkten.

BereichAngabe aus der Quelle
Umsatz der Handelsgastronomie 2025Rund 13,3 Milliarden Euro
Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr7,1 Prozent
Erlösanstieg seit 2019Fast 33 Prozent
Untersuchungsgrundlage29 Handelsunternehmen mit knapp 6.100 Filialen
Hotdogs bei IkeaRund 20 Millionen Stück in den vergangenen 12 Monaten
Warme-Speisen-Theken bei ReweIn 100 Filialen
Fleischkäsebrötchen bei GlobusEin Euro; 30 Millionen Stück pro Jahr
Globus-Restaurants57 Restaurants; rund 60.000 Mittagessen pro Tag

Zu den meistverkauften Speisen gehören laut EHI Frikadellen, Currywurst, belegte Brötchen und Schnitzel. Das Mittagessen bildet das Kerngeschäft, die Angebote werden meist zum Mitnehmen gekauft. Gut drei Viertel der Händler betreiben ihre Gastronomieflächen selbst.

Ikea setzt neben seinen Restaurants auf Hotdogs in Kassennähe. Nach eigenen Angaben wurden in den vergangenen 12 Monaten rund 20 Millionen Stück in deutschen Ikea-Filialen zubereitet und verkauft. In vielen Supermärkten gibt es Salatbars und Asia-Food-Shops. In 100 Rewe-Filialen steht inzwischen eine Selbstbedienungstheke für warme Speisen zur Verfügung.

Andere Händler setzen auf Foodtrucks, während erste Unternehmen Kochroboter testen. Globus verkauft an seinen heißen Theken Fleischkäsebrötchen für einen Euro. Nach Unternehmensangaben werden davon 30 Millionen Stück pro Jahr verkauft. Gastronomieleiter Michael Christmann berichtet, dass in den 57 Restaurants des Unternehmens rund 60.000 Mittagessen pro Tag verkauft werden.

„Wir beobachten seit Ende der Corona-Pandemie ein deutliches Wachstum in unserer Gastronomie. Heute verkaufen wir in unseren 57 Restaurants rund 60.000 Mittagessen pro Tag“, sagt Gastronomieleiter Michael Christmann laut SZ.de.

Die Branche profitiert laut EHI von einem „Trading-Down-Effekt“. Wegen der hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre, auch in der Gastronomie, greifen Konsumenten auf günstigere Angebote zurück. Studienautorin Paulina Ullrich sieht darin einen deutlichen Preisvorteil der Handelsgastronomie.

GerichtskategorieHandelsgastronomieÜbriger Außer-Haus-Markt
Steak- und Fleischgerichte9,17 Euro13,16 Euro
Pastagerichte5,87 Euro10,60 Euro

Das Gaststättengewerbe setzte im ersten Halbjahr nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga zwar fast 15 Prozent mehr um als 2019. Preisbereinigt lagen die Erlöse jedoch gut 23 Prozent niedriger. Für 72 Prozent der Verbraucher ist der Restaurantbesuch zu teuer, 38 Prozent gingen zu Jahresbeginn seltener essen als im Vorjahr. Grundlage dafür war eine im März durchgeführte repräsentative YouGov-Umfrage.

Die Händler bauen ihre Gastronomieangebote laut EHI nicht nur aus, um zusätzliche Umsätze zu erzielen. Sie wollen damit Kundenfrequenzen steigern, Kunden binden und Besucher länger in ihren Geschäften halten.

Zusammenfassung: Die Handelsgastronomie profitiert von günstigen Preisen und der Suche der Verbraucher nach preiswerten Mahlzeiten. 2025 erreichte sie mit rund 13,3 Milliarden Euro Umsatz einen Rekord, während klassische Gastronomiebetriebe weiterhin unter real rückläufigen Erlösen leiden.

Goldpreis stabilisiert sich nach starkem Rücksetzer

Die Frankfurter Rundschau berichtet über die jüngste Entwicklung am Goldmarkt. Nach einem heftigen Rücksetzer richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf neue US-Daten, die darüber entscheiden könnten, ob die Goldrallye weiterläuft.

Am 11. September werden in den USA neue Verbraucherpreisdaten veröffentlicht. Sie könnten den Goldmarkt erneut bewegen, weil Anleger prüfen, ob die US-Notenbank Fed die Zinsen im September weiter anheben wird.

Auslöser des jüngsten Rückgangs waren stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten. Der Markt preiste daraufhin eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung der Fed im September ein. Die Renditen der US-Staatsanleihen stiegen, der Dollar legte zu und Gold, Silber sowie andere Edelmetalle gerieten unter Druck.

Der Goldpreis fiel innerhalb kurzer Zeit um fast 100 US-Dollar und kam erst im Bereich von 4375 US-Dollar zum Stehen. Anschließend stabilisierte sich der Markt wieder. Der Wochenschluss oberhalb von 4400 US-Dollar wurde von Marktbeobachtern als wichtiges Signal gewertet.

„Die Goldrallye lebt“, kommentierte Rohstoffexperte Marcel Torney laut Frankfurter Rundschau.

Steigende Zinsen gelten grundsätzlich als Belastung für Gold, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Wenn Anleihen höhere Renditen bieten, wird Gold im Vergleich weniger attraktiv. Ein stärkerer US-Dollar belastet den Goldpreis zusätzlich, weil Gold international in Dollar gehandelt wird und für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer wird.

MarktfaktorAngabe aus der Quelle
Goldpreis nach dem RücksetzerBereich von 4375 US-Dollar
WochenschlussOberhalb von 4400 US-Dollar
Rendite zehnjähriger US-StaatsanleihenNäherte sich 4,8 Prozent
Wichtige charttechnische Widerstände4500 und 4600 US-Dollar
Bereich für mögliche RücksetzerUm 4200 US-Dollar
Übergeordnetes bullisches SzenarioOberhalb von 3950 US-Dollar

Belastet wurde der Goldpreis zuvor durch eine Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson Hole Economic Policy Symposium. Warsh machte deutlich, dass die US-Notenbank ihren Kampf gegen die Inflation noch nicht als beendet ansieht. Die starken Arbeitsmarktdaten waren damit der zweite Rückschlag innerhalb weniger Handelstage.

ETF-Investoren stützen den Markt weiterhin. Seit Ende Juli fließt wieder mehr Kapital in physisch besicherte Gold-ETFs. Der SPDR Gold Shares, einer der größten Gold-ETFs der Welt, verzeichnete bis zur Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kräftige Zuflüsse.

„Die Käufe der physisch besicherten Gold-ETFs sind eine treibende Kraft hinter der Goldpreisrallye“, schreibt Marcel Torney laut Frankfurter Rundschau.

Am 10. September werden in den USA die Erzeugerpreise für August veröffentlicht. Einen Tag später, am 11. September, folgen die Verbraucherpreisdaten. Höhere Inflationsdaten könnten eine Leitzinsanhebung am 15. und 16. September wahrscheinlicher machen. Schwächere Daten könnten der Fed mehr Spielraum geben, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen.

Aus charttechnischer Sicht muss der Goldpreis die Widerstände bei 4500 und 4600 US-Dollar überwinden, damit sich die Aufwärtsbewegung deutlich beschleunigt. Solange der Goldpreis oberhalb von 3950 US-Dollar notiert, bleibt das übergeordnete bullische Szenario aus Sicht technischer Analysten intakt. Kursziele jenseits der 5000-US-Dollar-Marke bleiben möglich, eine Garantie gibt es jedoch nicht.

Zusammenfassung: Der Goldpreis hat den Rückgang nach den US-Arbeitsmarktdaten zunächst aufgefangen. Die Erzeugerpreise am 10. September, die Verbraucherpreise am 11. September sowie die Fed-Sitzung am 15. und 16. September gelten laut Quelle als zentrale nächste Einflussfaktoren.

Wachsende Staatsschulden erhöhen die Nervosität an den Anleihemärkten

WEB.DE berichtet über weltweit steigende Schulden und höhere Renditen für Staatsanleihen. Ökonomen diskutieren, ob daraus eine neue globale Schuldenkrise entstehen könnte. Selbst wenn ein großer Crash ausbleibt, könnten die Folgen für Staaten, Unternehmen, Verbraucher und soziale Verteilung erheblich sein.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen war kurz vor dem Treffen der geldpolitischen Entscheider in Jackson Hole auf 5,31 Prozent gestiegen. Damit erreichte sie den höchsten Stand seit dem Vorabend der Finanzkrise 2007. US-Staatsanleihen gelten als sicherer Hafen und ihre Renditen als Referenz für Finanzierungskosten rund um den Globus.

Auch andere große Anleihemärkte verzeichneten höhere Renditen. Für 30-jährige Bundesanleihen verlangten Investoren zeitweise 3,76 Prozent, so viel wie seit 2011 nicht mehr. Japanische Papiere mit gleicher Laufzeit durchbrachen erstmals in ihrer Geschichte die Marke von vier Prozent. Britische Gilts notierten auf einem Niveau, das zuletzt Ende der Neunzigerjahre erreicht wurde.

MarktRendite oder Schuldenangabe
30-jährige US-Staatsanleihen5,31 Prozent
30-jährige Bundesanleihen3,76 Prozent
Japanische Papiere mit 30-jähriger LaufzeitDurchbrachen erstmals die Marke von vier Prozent
Weltweite Staatsverschuldung 2025Knapp 94 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung
Prognose für weltweite Staatsverschuldung 2029Über 100 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung
US-StaatsverschuldungNähert sich 40 Billionen Dollar
US-ZinszahlungenMehr als eine Billion Dollar jährlich

Nach aktuellen Berechnungen des Internationalen Währungsfonds lag die weltweite Staatsverschuldung 2025 bei knapp 94 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. 2029 dürfte sie nach der jüngsten IWF-Prognose, vor allem getrieben von den USA und China, die Marke von 100 Prozent erreichen. Die IWF-Ökonomen warnen angesichts steigender Zinslasten und schwacher Staatshaushalte vor fehlendem Raum für Sorglosigkeit.

Je höher die Zinsen, desto teurer wird der Schuldendienst. Regierungen müssen auslaufende Anleihen refinanzieren und für zusätzliche Schulden neue Geldgeber finden. Höhere Renditeforderungen erhöhen die Ausgaben und können Mittel für Schulen, Straßen, Verteidigung oder Sozialleistungen verdrängen.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den USA. Die Staatsverschuldung nähert sich 40 Billionen Dollar. Mehr als eine Billion Dollar muss Washington jährlich allein für Zinsen aufbringen.

Jörg Rocholl, Präsident der Berliner Businessschool ESMT, sieht aktuell keine neue globale Krise, bezeichnet die hohe Verschuldung und die steigenden Renditen jedoch als deutliche Warnsignale. Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hält eine Schuldenkrise für möglich, wenn hohe laufende Defizite in einer wirtschaftlich normalen Zeit anhielten.

„Wir stehen aktuell nicht vor einer neuen globalen Krise“, sagt Jörg Rocholl laut WEB.DE.
„Wenn Länder in einer ökonomisch halbwegs normalen Zeit wie heute so hohe neue Schulden machen, spricht das für einen echten Kontrollverlust“, warnt Friedrich Heinemann laut WEB.DE.

Eine Krise hängt laut dem Bericht nicht an einem bestimmten Schuldenstand, sondern am Vertrauen der Anleger. Wenn dieses Vertrauen schwindet, verlangen Investoren höhere Zinsen. Dadurch steigen der Schuldendienst und die Defizite. Im schlimmsten Fall entsteht eine Spirale aus höheren Renditen, wachsenden Zinsausgaben und neuen Schulden.

Für die USA ist die Entwicklung besonders wichtig, weil US-Staatsanleihen eine zentrale Rolle an den globalen Finanzmärkten spielen. Sie liegen in den Bilanzen von Banken und Versicherern sowie in den Währungsreserven von Zentralbanken. Dauerhaft höhere Renditen verteuern Kredite für Unternehmen und Verbraucher und drücken zugleich den Wert bereits ausgegebener Anleihen.

Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung hält die Sorgen vor einer globalen Schulden- und Finanzkrise für übertrieben. Viele Anleihen hätten lange Laufzeiten und feste Zinsen, sodass höhere Marktzinsen erst nach und nach auf die Haushalte durchschlügen. Als weitere Gefahr nennt Dullien die Investitionen in Rechenzentren und künstliche Intelligenz, falls sich dieser Boom als Blase erweisen sollte.

Der Bericht verweist außerdem auf soziale Folgen hoher Schulden. Ein Arbeitspapier des Internationalen Währungsfonds untersuchte rund sieben Jahrzehnte in Industrieländern und kam zu dem Ergebnis, dass hohe Staatsschulden systematisch mit einer stärkeren Konzentration der Vermögen einhergingen.

In Ländern mit einer Schuldenquote von mehr als 100 Prozent liegt die effektive Steuerbelastung von Arbeitseinkommen laut dem IWF-Papier im Schnitt bei knapp 38 Prozent. Bei einer Schuldenquote unter 40 Prozent liegt sie demnach bei 27 Prozent. Gleichzeitig fließen die Zinsen auf Staatsanleihen überproportional an vermögende Haushalte, die in Kapitalanlagen investieren können.

Deutschland liegt laut Bericht bei den Schuldenständen deutlich niedriger als Frankreich, Italien, Japan oder die USA. Friedrich Heinemann bezeichnet die Bundesrepublik als „Fels in der Brandung“. Zugleich nehmen Bund und Länder künftig deutlich mehr Schulden auf. Entscheidend sei, wofür das geliehene Geld ausgegeben werde.

„Schulden sind nicht per se schlecht“, sagt Friedrich Heinemann laut WEB.DE.

Investitionen in Schulen, Straßen oder digitale Infrastruktur könnten auch späteren Generationen zugutekommen. Dauerhaft höhere Renten oder Sozialleistungen aus Krediten würden dagegen vor allem Kosten für künftige Generationen hinterlassen. Steigende Renditen deutscher Staatsanleihen erhöhen zudem die Finanzierungskosten des Bundes und der Unternehmen und können dadurch Investitionen und Wirtschaftswachstum bremsen.

Zusammenfassung: WEB.DE beschreibt keine unmittelbar bevorstehende globale Schuldenkrise, sieht aber deutlich höhere Verwundbarkeit durch steigende Zinsen und große Schuldenbestände. Neben den Risiken für Staatshaushalte und Finanzmärkte könnten hohe Schulden auch soziale Ungleichheit verstärken.

„Wirtschaft vor acht“: Wirtschaftsthemen im Überblick

tagesschau.de führt für die Ausgabe „Wirtschaft vor acht vom 08.09.2026“ ein Wirtschaftsvideo in der Rubrik „Aktuelle Nachrichten-Videos“. In der vorliegenden Quelle sind jedoch keine nutzbaren Angaben zu den konkreten Inhalten der Sendung enthalten.

Die Meldung wird deshalb im Pressespiegel nicht weiter ausgewertet. Als Quelle ist tagesschau.de angegeben.

Zusammenfassung: Die Quelle weist auf eine Ausgabe von „Wirtschaft vor acht“ vom 08.09.2026 hin, liefert im vorliegenden Datensatz jedoch keine verwertbaren Inhaltsangaben.

Quellen: