Wall Street unter Druck, Frühstartrente und Angriffe auf Yandex-Rechenzentren
Autor: Provimedia GmbH
Veröffentlicht:
Kategorie: News and Updates
Zusammenfassung: US-Techwerte gerieten wegen hoher Schulden und Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen unter Druck; CoreWeave verlor 12 Prozent.
Wall Street unter Druck: Kreditsorgen belasten KI- und Tech-Werte
Die US-Börsen haben am Freitag schwächer geschlossen. Der Ausverkauf bei den Techaktien setzte sich fort, wobei insbesondere Sorgen über die Schuldenlast von Unternehmen aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich die Kurse belasteten, berichtet ntv.de.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,15 Prozent auf 26.140 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab rund 1,1 Prozent auf 7659 Zähler nach, während der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,34 Prozent auf 52.002 Stellen sank.
| Index | Tagesentwicklung | Schlussstand |
|---|---|---|
| Nasdaq | -2,15 Prozent | 26.140 Punkte |
| S&P 500 | rund -1,1 Prozent | 7659 Zähler |
| Dow Jones | -0,34 Prozent | 52.002 Stellen |
Besonders stark gerieten die Aktien des von Nvidia unterstützten Rechenzentren-Betreibers CoreWeave unter Druck. Die Papiere fielen um zwölf Prozent. Auch Micron Technology und Intel verloren jeweils mehr als fünf Prozent.
Händler verwiesen auf anhaltende Sorgen über die Schuldenlast von CoreWeave. David Morrison, Chefanalyst bei Trade Nation, sagte: „Ob es sich dabei nur um Gewinnmitnahmen nach der gestrigen Erholung handelt oder ob mehr dahintersteckt, wird sich zeigen.“
Auf Wochensicht verlor der S&P 500 fast 1,95 Prozent, während der Nasdaq um 4,48 Prozent nachgab. Der Dow Jones entwickelte sich dagegen positiv und legte im Wochenverlauf um 0,67 Prozent zu.
Hinter dem Verkaufsdruck stehen laut dem Bericht Zweifel, ob die erwarteten Gewinne aus dem KI-Geschäft schnell genug fließen, um die zunehmend teuren Kreditverpflichtungen zu bedienen. Steigende Zinsen verteuern die Finanzierung großer KI-Rechenzentren und stellen damit die Rentabilität kapitalintensiver Projekte infrage.
Ein Rückgang bei Speicherchip-Aktien habe Anlegern „einen Vorwand geliefert, ihr Engagement in allen KI-nahen Unternehmen zu reduzieren“, erklärte Morrison. Zudem berichtete Reuters unter Berufung auf Insider, dass einige Investoren des KI-Unternehmens Anthropic wegen der steigenden Finanzierungskosten eine niedrigere Bewertung für den bevorstehenden Börsengang erwägen.
Die kommende Berichtswoche könnte nach Einschätzung der zitierten Marktbeobachter für mehr Klarheit sorgen. Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets erklärte: „Aus einer Gegenbewegung wird erst dann ein nachhaltiger Aufwärtstrend, wenn auch die fundamentalen Argumente wieder überzeugen.“
Die bisherigen Zahlen des taiwanischen Chipherstellers TSMC hätten zwar erste positive Signale geliefert, reichten aber noch nicht aus, um die Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen auszuräumen. Nun müssten die großen US-Hyperscaler zeigen, dass ihre Milliardeninvestitionen entsprechende Erträge erwirtschaften können.
Auch die Anleihemärkte standen im Blick. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen nur geringfügig an. Jürgen Molnar, Stratege bei Robomarkets, warnte jedoch: „Allerdings fließt auch aus Sorge um die hoch bewerteten KI-Aktien Geld in Staatsanleihen, weshalb die sinkenden Renditen allein noch kein Grund sind, die Ampel gleich wieder auf Grün zu stellen.“
Außerhalb des KI-Sektors gaben Netflix-Aktien um fast drei Prozent nach. Tesla konnte anfängliche Gewinne nicht halten und verlor 2,1 Prozent. Das Unternehmen hatte eine Neuauflage des Roadster-Sportwagens mit Raketenantrieben von SpaceX vorgestellt; die Produktion ist für 2028 geplant. Die Aktien des Raumfahrtkonzerns SpaceX verloren 1,7 Prozent.
Zusammenfassung: Die US-Technologiewerte stehen wegen hoher Finanzierungskosten, steigender Zinsbefürchtungen und offener Fragen zur Rentabilität der KI-Investitionen unter Druck. Besonders deutlich zeigte sich dies beim zwölfprozentigen Kursverlust von CoreWeave.
Frühstartrente: Staatliche Förderung und zusätzliche Einzahlungen
Die SZ.de berichtet über die geplante Frühstartrente und die Debatte über ihre Verteilung. Der deutsche Staat schenkt demnach künftig allen Kindern ab dem sechsten Lebensjahr 120 Euro im Jahr an Förderung.
Das Geld fließt in ein Depot, das als Grundlage für die spätere private Altersvorsorge dienen soll. Investiert wird dort in Aktienfonds oder ETFs.
Eltern dürfen zusätzlich bis zu 570 Euro im Monat oder 6840 Euro im Jahr bis zum 18. Lebensjahr einzahlen. Kritiker halten das Modell für ungerecht, weil wohlhabende Eltern dadurch höhere Beträge für ihre Kinder zurücklegen können.
Der Kommentar argumentiert dagegen, dass gerade die staatliche Förderung allen Kindern zugutekommt. Unter der Annahme, dass der Aktienmarkt weiterhin etwa sechs bis sieben Prozent Rendite nach Kosten im Jahr erzielt, können laut Bericht am 65. Geburtstag zwischen 32 000 Euro und 1,8 Millionen Euro im Depot liegen.
| Bestandteil | Angabe |
|---|---|
| Staatliche Förderung | 120 Euro im Jahr |
| Zusätzliche Einzahlung der Eltern | bis zu 570 Euro im Monat |
| Zusätzliche Einzahlung der Eltern | 6840 Euro im Jahr |
| Möglicher Depotwert am 65. Geburtstag | zwischen 32 000 Euro und 1,8 Millionen Euro |
| Angenommene Rendite nach Kosten | etwa sechs bis sieben Prozent im Jahr |
Die Spannweite beim möglichen Depotwert ergibt sich aus der Kombination von staatlicher Förderung, freiwilligen Einzahlungen und der langfristigen Entwicklung des Aktienmarkts. Der Bericht stellt dabei heraus, dass die staatliche Zahlung unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern vorgesehen ist.
Zusammenfassung: Die Frühstartrente sieht 120 Euro im Jahr für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr vor. Zusätzliche Einzahlungen von bis zu 570 Euro im Monat oder 6840 Euro im Jahr können den späteren Depotwert deutlich erhöhen.
Plastiksteuer: Warnung vor Belastungen für die Wettbewerbsfähigkeit
Stephan Mayer von der CSU lehnt die in der schwarz-roten Koalition diskutierte Plastiksteuer ab. In einem Beitrag von WELT warnt er vor möglichen Folgen für die deutsche Wirtschaft.
Mayer sagte, es bestehe „die konkrete Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft leidet“. Statt neue Belastungen einzuführen, rief er dazu auf, im Bundeshaushalt zu sparen.
„Ich bin der Meinung, dass man im Bereich Soziales durchaus das eine oder andere kritisch überprüfen kann.“
Damit verbindet Mayer seine Ablehnung der Plastiksteuer mit der Forderung, Einsparpotenziale insbesondere im Bereich Soziales zu prüfen. Die Diskussion dreht sich somit nicht nur um die Steuer selbst, sondern auch um die Frage, wie der Bundeshaushalt entlastet werden kann.
Zusammenfassung: Stephan Mayer lehnt die diskutierte Plastiksteuer ab und sieht eine konkrete Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Als Alternative nennt er eine kritische Überprüfung von Ausgaben im sozialen Bereich.
Angriffe auf Yandex-Rechenzentren treffen Russlands Online-Wirtschaft
Die Ukraine hat nach Darstellung der NZZ mehrere Rechenzentren des russischen Internetkonzerns Yandex angegriffen. Die Attacken treffen damit einen zentralen Bestandteil der russischen Online-Wirtschaft, in der Yandex eine marktbeherrschende Stellung einnimmt.
Nach einer Ankündigung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, wieder russische Energieanlagen anzugreifen, wurde eine Raffinerie in der zentralrussischen Stadt Rjasan von ukrainischen Drohnen attackiert. Auch andere Ziele im russischen Hinterland gerieten anschließend ins Visier.
An den Flughäfen von Moskau und St. Petersburg mussten wegen Drohnen mehr als 200 Flüge annulliert oder verschoben werden. Aus der Stadt Wladimir wurde zugleich ein Angriff auf das Rechenzentrum von Yandex gemeldet.
Es war laut Bericht der vierte Angriff auf zentrale Infrastruktur des Unternehmens. In der Woche zuvor waren bereits die Anlage in Wladimir sowie die beiden Rechenzentren in Sasowo im Südosten und in Kaluga im Osten von Moskau beschossen worden.
Von den sechs großen Rechenzentren, die Yandex in Russland betreibt, wurden dadurch drei teilweise oder vollständig außer Betrieb gesetzt. Kiew begründet die Angriffe mit russischen Schlägen gegen Rechenzentren in der Ukraine.
Die Auswirkungen waren im Alltag spürbar. In unabhängigen Medien berichteten Russinnen und Russen über Schwierigkeiten, Einkäufe nach Hause liefern zu lassen, ein Taxi zu bestellen oder Online-Zahlungen zu tätigen.
- Probleme bei Lieferdiensten
- Ausfälle bei Taxi-Bestellungen
- Störungen bei Online-Zahlungen
- Probleme mit digitalen Schlüsseln
- Eingeschränkter Zugriff auf gespeicherte Daten
- Störungen bei Dating-Apps
Betroffen waren nicht nur Moskau und St. Petersburg, sondern auch entfernte Regionen wie Sibirien. Störungen wurden außerdem aus Kasachstan und Usbekistan gemeldet, wo Yandex ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.
Yandex begann 1997 als Suchdienst und expandierte anschließend in zahlreiche Bereiche der Online-Wirtschaft. Das Unternehmen vereint laut NZZ Angebote, die westlichen Pendants wie Google, Uber, Amazon oder OpenAI entsprechen.
Die marktbeherrschende Stellung von Yandex ist dem Bericht zufolge politisch gewollt. Seit der Umstrukturierung 2024 befindet sich das Russlandgeschäft in der Hand kremlnaher Investoren. Eine zusätzliche Bedeutung ergibt sich aus den Millionen von Nutzerdaten, die das Unternehmen verwaltet und die nach russischer Gesetzgebung in Rechenzentren in Russland gespeichert werden müssen.
In sozialen Netzwerken kursierten Berichte, wonach infolge der Angriffe auch russische Desinformationskampagnen zurückgegangen seien. Belege dafür gebe es jedoch nicht. Messbar sei lediglich ein Rückgang der sogenannten Bot-Aktivität von Yandex-Servern gewesen.
Die NZZ stellt die zentralisierte Struktur der russischen Online-Wirtschaft einer stärker dezentralisierten Struktur in der Ukraine gegenüber. Während in der Ukraine viele mittelgroße Anbieter Ausfälle vergleichsweise rasch kompensieren könnten, sei dies in Russland schwieriger.
Zum tatsächlichen Ausmaß der Schäden an den Rechenzentren liegen laut Bericht keine verlässlichen Informationen vor. Medienberichten zufolge konnten einige Funktionen wiederhergestellt werden, allerdings nicht mit der früheren Geschwindigkeit.
Langfristige Folgen könnten sich insbesondere für die russische KI-Entwicklung ergeben. In den angegriffenen Rechenzentren befinden sich auch die drei Supercomputer von Yandex, die als die modernsten und leistungsfähigsten Russlands gelten.
Die kremlkritische wissenschaftliche Publikation „T-invariant“ erwartet, dass Schäden an diesen Geräten und der Verlust an Rechenkapazität die Entwicklung im KI-Bereich auf Jahre hinaus beeinträchtigen dürften. Der russische Minister für digitale Entwicklung, Maksut Schadajew, kündigte zusätzliche Schutzmaßnahmen an und erklärte, man sei dazu mit dem Verteidigungsministerium im Gespräch.
Zusammenfassung: Angriffe auf drei der sechs großen Yandex-Rechenzentren führten laut NZZ zu erheblichen Störungen bei digitalen Diensten in Russland. Neben kurzfristigen Ausfällen könnten beschädigte Supercomputer langfristige Folgen für die russische KI-Entwicklung haben.
Quellen:
- CoreWeave brechen ein: Kreditsorgen ziehen Tech-Werte runter
- Migration und Sozialstaat: Ja, Migranten zahlen Ihre Rente
- Wirtschaft vor acht vom 16102026
- Altersvorsorge: Wer die Frühstartrente unfair findet, hat sie nicht verstanden - Wirtschaft - SZ.de
- „Es besteht die konkrete Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft leidet“
- Ukrainische Schläge gegen Rechenzentren: Die Angriffe auf Yandex treffen Russlands Online-Wirtschaft ins Mark