Stellenabbau bremst, Unsicherheit bei Zöllen, Spanien wächst – Wirtschaft im Wandel
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: News and Updates
Zusammenfassung: Der Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich, ein echter Aufschwung bleibt aber aus; die Wirtschaft kritisiert das neue Zollabkommen mit den USA und Spanien wächst stärker als erwartet.
Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich
Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte haben deutsche Unternehmen laut einer Umfrage des Ifo-Instituts erneut Stellen abgebaut, jedoch seltener als zuvor. Das Beschäftigungsbarometer stieg im Juli leicht auf 94,0 Punkte, nach 93,7 Punkten im Juni. Im Vormonat war das Barometer in der exportorientierten Industrie noch kräftig gesunken. Die Forscher bleiben dennoch vorsichtig: „Von einem Aufschwung am Arbeitsmarkt sind wir noch deutlich entfernt“, so Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Die Unternehmen bauen weiterhin mehr Stellen ab, als sie neue schaffen, und fast keine Branche sieht derzeit Spielraum für Neueinstellungen.
Im Dienstleistungssektor wird mit einem nahezu gleichbleibenden Personalbestand gerechnet. Während das Gastgewerbe weiterhin Stellen streicht, sucht der IT-Sektor neues Personal. Auch das Baugewerbe zeigt sich zuversichtlich und sucht neue Arbeitskräfte. Im Gegensatz dazu planen Groß- und Einzelhandel mit einem geringeren Personalbedarf. Das Ifo-Institut prognostiziert für das laufende Jahr einen Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 26.000 Personen. Für das kommende Jahr wird ein Anstieg um rund 121.000 erwartet, was auf geplante milliardenschwere Investitionen des Bundes in Infrastruktur und Aufrüstung zurückgeführt wird. Das Bruttoinlandsprodukt soll 2026 um 1,5 Prozent wachsen, während für das laufende Jahr nur ein Plus von 0,3 Prozent erwartet wird. Ifo-Präsident Clemens Fuest bezeichnete den Aufschwung der deutschen Wirtschaft als „blutleer“. In den Jahren 2023 und 2024 ist die deutsche Wirtschaft jeweils leicht geschrumpft.
| Jahr | Erwerbstätigenzahl | BIP-Wachstum |
|---|---|---|
| 2025 | -26.000 | +0,3 % |
| 2026 | +121.000 | +1,5 % |
- IT und Baugewerbe suchen Personal
- Gastgewerbe, Groß- und Einzelhandel bauen weiter Stellen ab
Infobox: Der Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich, doch ein echter Aufschwung am Arbeitsmarkt ist laut Ifo-Institut noch nicht in Sicht. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum bleiben verhalten. (Quelle: Spiegel)
Deutsche Wirtschaft übt Kritik am Zollabkommen mit den USA
Exportorientierte Unternehmen in Deutschland sehen ihr Geschäft durch das neue Zollabkommen mit den USA bedroht. Besonders im Norden wird über die Auswirkungen der Einigung diskutiert. Die Kritik richtet sich vor allem darauf, dass die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem US-Markt durch die neuen Regelungen beeinträchtigt werden könnte.
Die Unternehmen befürchten, dass die Zolleinigung zu Nachteilen im internationalen Handel führt. Die Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbedingungen sorgt für Zurückhaltung bei Investitionen und Personalentscheidungen. Die Auswirkungen auf die norddeutsche Wirtschaft werden als besonders gravierend eingeschätzt, da viele Betriebe stark vom Export in die USA abhängig sind.
- Exportorientierte Unternehmen sehen ihr Geschäft bedroht
- Unsicherheit über künftige Handelsbedingungen
- Norddeutsche Wirtschaft besonders betroffen
Infobox: Die deutsche Wirtschaft kritisiert das neue Zollabkommen mit den USA und sieht vor allem für exportorientierte Unternehmen im Norden erhebliche Risiken. (Quelle: NDR.de)
Zoll-Deal USA & EU: Folgen für die Wirtschaft
Die Zolleinigung zwischen den USA und der EU sorgt für Diskussionen über die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Im Fokus steht die Frage, ob die reduzierten Zölle ausreichen, um insbesondere der Autoindustrie zu helfen. Die Sendung thematisiert auch, wie die US-Wirtschaft im internationalen Vergleich dasteht und welche Herausforderungen auf die Unternehmen zukommen.
Die Unsicherheit bleibt, ob der Deal tatsächlich für eine nachhaltige Entspannung im transatlantischen Handel sorgt. Die Autoindustrie steht weiterhin unter Druck, und es bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
- Reduzierte Zölle zwischen USA und EU
- Autoindustrie weiterhin unter Druck
- Unklarheit über nachhaltige Entspannung im Handel
Infobox: Die Zolleinigung zwischen USA und EU wird von der Wirtschaft kritisch begleitet, insbesondere die Autoindustrie sieht weiterhin Herausforderungen. (Quelle: ZDF)
Spanische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 0,7 Prozent
Die spanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2025 um 0,7 Prozent gewachsen. Im ersten Quartal lag das Wachstum bei 0,6 Prozent. Damit übertrifft die erste Schätzung für das zweite Quartal die Erwartungen der spanischen Zentralbank, die ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 0,5 und 0,6 Prozent prognostiziert hatte.
Die dynamische Entwicklung der viertgrößten Wirtschaft der Eurozone hält an. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum bei 3,2 Prozent, während die gesamte Europäische Union nur auf 1,0 Prozent kam. Laut INE wurde das Wachstum im zweiten Quartal vor allem durch die Exportwirtschaft angetrieben, die im Vergleich zum Vorquartal um 1,1 Prozent zulegte – trotz der Auswirkungen der US-Zölle. Die Investitionen der Unternehmen stiegen um 2,1 Prozent, der private Konsum nahm um 0,8 Prozent zu.
| Quartal | BIP-Wachstum | Exportwachstum | Investitionen | Privater Konsum |
|---|---|---|---|---|
| Q1 2025 | +0,6 % | - | - | - |
| Q2 2025 | +0,7 % | +1,1 % | +2,1 % | +0,8 % |
- Spanien wächst stärker als die EU insgesamt
- Exportwirtschaft und Investitionen treiben das Wachstum
- Privater Konsum legt ebenfalls zu
Infobox: Die spanische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal 2025 um 0,7 Prozent und übertrifft damit die Erwartungen. Export, Investitionen und Konsum sind die wichtigsten Wachstumstreiber. (Quelle: STERN.de)
Wirtschaft in Ostdeutschland: Wo geht's hier zum nächsten Aufschwung?
Experten analysieren die größten wirtschaftspolitischen Fehler seit 1990 in Ostdeutschland. Joachim Ragnitz vom ifo Institut kritisiert die unvorbereitete Übertragung des westdeutschen Rechtssystems auf den Osten. Anfangs lagen die Löhne bei nur 35 Prozent des Westniveaus, stiegen aber schnell auf 60 Prozent, was die Produktivität im Osten überforderte. Dennoch hätte eine produktivitätsgerechte Lohnentwicklung zu noch mehr Abwanderung geführt.
Für die Zukunft empfiehlt Ragnitz, auf Innovation und Forschung zu setzen und weitere Großforschungsinstitute anzusiedeln, wie das Center for the Transformation of Chemistry in Delitzsch. Er spricht sich gegen Sonderförderung aus und plädiert für eine gesamtdeutsche Förderpolitik nach einheitlichen Kriterien. Im Osten seien vor allem mehr Freiräume und Bürokratieabbau nötig. Das Reallohnniveau liegt inzwischen bei 94 Prozent des Westens, und die Angleichung der Lebensverhältnisse ist weit fortgeschritten. Ragnitz betont, dass der Westen in den vergangenen 35 Jahren auf vieles verzichtet habe, um den Osten zu unterstützen.
„Wir brauchen im Osten vor allem mehr Freiräume, mehr Bürokratieabbau. Das brauchen wir zwar auch im ganzen Land, aber man könnte sagen: Wir öffnen Experimentierräume, wir probieren das fünf Jahre lang im Osten und schauen, ob es was bringt – und danach gilt es in ganz Deutschland.“ (Joachim Ragnitz, ifo Institut)
- Löhne im Osten stiegen von 35 % auf 60 % des Westniveaus
- Reallohnniveau liegt bei 94 % des Westens
- Forderung nach mehr Innovation, Forschung und Bürokratieabbau
Infobox: Ostdeutschland hat wirtschaftlich aufgeholt, doch Experten fordern mehr Innovation, Forschung und weniger Bürokratie, um den nächsten Aufschwung zu ermöglichen. (Quelle: DIE ZEIT)
Quellen:
- Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich
- Friedrich Merz: Zölle werden deutscher Wirtschaft erheblich schaden
- Deutsche Wirtschaft übt Kritik am Zollabkommen mit den USA
- Zoll-Deal USA & EU: Folgen für die Wirtschaft
- Spanische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 0,7 Prozent
- Wirtschaft in Ostdeutschland: Wo geht's hier zum nächsten Aufschwung?