Ostdeutsche Wirtschaft optimistischer, Arbeitsmarkt und Haushalt weiter unter Druck

    31.07.2025 214 mal gelesen 0 Kommentare
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    Die ostdeutsche Wirtschaft zeigt sich laut Ifo-Institut im Juli optimistischer, vor allem Industrie und Bau blicken zuversichtlich in die Zukunft. Im Einzelhandel und Dienstleistungssektor bleibt die Lage jedoch angespannt, der Ausblick ist dort weniger rosig. Insgesamt verbessert sich das Geschäftsklima, aber nicht alle Branchen profitieren gleichermaßen.
    Gleichzeitig steht der Arbeitsmarkt weiter unter Druck: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli auf fast drei Millionen gestiegen. Besonders in Bremen und Berlin ist die Arbeitslosenquote hoch, während offene Stellen und Ausbildungsplätze zurückgehen. Viele junge Menschen suchen noch eine Ausbildungsstelle, zahlreiche Lehrstellen bleiben unbesetzt.
    Die Wirtschaft fordert deshalb mehr Zuwanderung, auch von geringqualifizierten Arbeitskräften. Branchen wie das Gastgewerbe und die Logistik sind dringend auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen. Die geplante Halbierung der Westbalkanregelung stößt auf Kritik, da viele Unternehmen offene Stellen nicht besetzen können.
    Wirtschaftsverbände warnen, dass der Arbeitskräftemangel Milliarden kostet und fordern eine pragmatische Zuwanderungspolitik. Nur so könnten die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt bewältigt werden. Besonders für einfache Tätigkeiten fehlen Bewerber, was viele Betriebe ausbremst.
    Zusätzlich verschärft sich die Lage im Bundeshaushalt: Es klafft ein Milliardenloch, das größer ist als bisher angenommen. Wie die geplanten Wachstumsmaßnahmen finanziert werden sollen, ist noch unklar. Die Bundesregierung steht vor der Aufgabe, die Finanzierungslücke zu schließen und gleichzeitig die Wirtschaft zu stärken.

    Geschäftsklima in Ostdeutschland: Optimismus trotz Herausforderungen

    Die ostdeutsche Wirtschaft blickt laut Ifo-Institut in Dresden optimistischer in die Zukunft. Im Juli hellte sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Vormonat auf, obwohl die aktuelle Lage von den befragten Unternehmen etwas schlechter bewertet wurde. Die Erwartungen an zukünftige Geschäfte haben sich jedoch verbessert. Besonders in der Industrie verbesserte sich das Geschäftsklima deutlich, sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen stiegen an. Auch im Bauhauptgewerbe wurde eine deutliche Verbesserung der Erwartungen festgestellt.

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    Im Einzelhandel hingegen gab es eine deutliche Abkühlung: Die Geschäfte im Juli wurden deutlich schlechter bewertet, und auch der Ausblick bleibt negativ. Im Großhandel wurden Lage und Erwartungen leicht positiver eingeschätzt. Im Dienstleistungssektor wurde die aktuelle Geschäftslage etwas schlechter bewertet, der Ausblick für die kommenden Monate war jedoch etwas positiver. Das Ifo Geschäftsklima Ostdeutschland basiert auf rund 1.700 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

    Branche Entwicklung im Juli
    Industrie Deutliche Verbesserung
    Bauhauptgewerbe Erwartungen deutlich gestiegen
    Einzelhandel Deutliche Abkühlung
    Großhandel Leicht positiver
    Dienstleistungen Aktuelle Lage schlechter, Ausblick besser
    • Das Geschäftsklima in Ostdeutschland verbessert sich insgesamt.
    • Industrie und Bau zeigen positive Erwartungen, Einzelhandel schwächelt.

    Quelle: DIE ZEIT

    Infobox: Das Geschäftsklima in Ostdeutschland zeigt im Juli 2025 eine positive Tendenz, insbesondere in Industrie und Bau. Einzelhandel und Dienstleistungen bleiben jedoch unter Druck.

    Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli auf fast drei Millionen

    Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zum Vormonat um 65.000 auf 2,979 Millionen Menschen gestiegen. Das sind 171.000 mehr als im Juli 2024, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Besonders hoch ist die Quote in den Stadtstaaten Bremen (11,8 Prozent) und Berlin (10,3 Prozent), während sie in Bayern (4,0 Prozent) und Baden-Württemberg am niedrigsten ist.

    Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen lag im Juli bei 628.000, das sind 75.000 weniger als vor einem Jahr. Im Juli erhielten 991.000 Menschen Arbeitslosengeld, und 3,877 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter waren berechtigt, Bürgergeld zu erhalten. Auf dem Ausbildungsmarkt haben sich seit Oktober 2024 insgesamt 414.000 junge Leute um eine Ausbildungsstelle bemüht, 12.000 mehr als im Vorjahr. 140.000 von ihnen waren im Juli noch unversorgt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze lag bei 466.000, 26.000 weniger als im Vorjahr. 182.000 unbesetzte Lehrstellen waren im Juli noch zu vermitteln.

    Kennzahl Juli 2025 Veränderung zum Vorjahr
    Arbeitslose 2,979 Mio. +171.000
    Arbeitslosenquote 6,3 % +0,1 Prozentpunkte (zum Juni)
    Offene Stellen 628.000 -75.000
    Arbeitslosengeld-Empfänger 991.000 k.A.
    Bürgergeld-Berechtigte 3,877 Mio. k.A.
    Ausbildungsplatzsuchende 414.000 +12.000
    Unversorgte Bewerber 140.000 k.A.
    Gemeldete Ausbildungsplätze 466.000 -26.000
    Unbesetzte Lehrstellen 182.000 k.A.
    • Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt im Juli.
    • Offene Stellen und Ausbildungsplätze gehen zurück.
    • Arbeitslosenquote in Bremen und Berlin am höchsten.

    Quelle: SZ.de

    Infobox: Die Arbeitslosenzahl nähert sich der Drei-Millionen-Grenze, die zuletzt 2015 überschritten wurde. Die Zahl der offenen Stellen und Ausbildungsplätze sinkt weiter.

    Wirtschaft fordert mehr Zuwanderung von Geringqualifizierten

    Wirtschaftsverbände drängen auf eine unkomplizierte Zuwanderung für Geringqualifizierte. Neben Fachpersonal werden auch dringend ungelernte Arbeitskräfte benötigt. Die Effekte der verschärften Migrationspolitik zeigen sich bereits: Die Zahl der Asylanträge nimmt Monat für Monat ab. Die Wirtschaft warnt jedoch vor den Folgen, da der Arbeitskräftemangel Milliarden kostet.

    Handelskammer, Gastgewerbe sowie Transport- und Dienstleistungsunternehmen wie DHL oder die Deutsche Bahn fordern, auch geringqualifizierten Zuwanderern unbürokratische Wege nach Deutschland zu eröffnen. Thomas Ogilvie, Personalchef der Deutschen Post DHL Group, betont: „Nur durch eine offene und pragmatische Zuwanderungspolitik können wir die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zukünftig erfolgreich meistern.“ Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Geschäftsführer, weist darauf hin, dass jedes dritte Unternehmen mit Engpässen auch Stellen für Personal ohne Berufsabschluss nicht besetzen kann. Die Bundesregierung plant, das Kontingent der Westbalkanregelung von 50.000 auf 25.000 Personen pro Jahr zu halbieren, was von der Wirtschaft kritisch gesehen wird.

    „Jede Einstellung für die operativen Berufe ist für uns wichtig. Wir betrachten Zuwanderung als einen Teil der Lösung.“ (Bahnsprecher)

    Auch das Gastgewerbe fordert bessere, schnellere und unbürokratischere Wege für Betriebe und Bewerber. Sandra Warden, DEHOGA-Geschäftsführerin, betont: „Das Gastgewerbe braucht Zuwanderung – nicht nur von Fachkräften, sondern auch von engagierten Arbeitskräften ohne formalen Berufsabschluss.“ Die Branche zählt zu den Top 5 bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Geflüchteter.

    • Wirtschaft fordert gezielte Erwerbsmigration, auch für Geringqualifizierte.
    • Kontingent der Westbalkanregelung soll halbiert werden – Kritik aus der Wirtschaft.
    • Gastgewerbe und Logistikbranche sehen Zuwanderung als Teil der Lösung.

    Quelle: Frankfurter Rundschau

    Infobox: Die Wirtschaft fordert eine pragmatische Zuwanderungspolitik, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Besonders Branchen wie das Gastgewerbe und die Logistik sind auf Zuwanderung angewiesen.

    Milliardenloch im Bundeshaushalt: Unklare Finanzierung der Wachstumsmaßnahmen

    In der Haushaltsplanung der Bundesregierung fehlen Milliarden – noch mehr als bislang gedacht. Wachstumsbooster und andere Maßnahmen kosten zusätzlich. Wie die Haushaltslücke geschlossen werden soll, ist derzeit nicht klar.

    • Die Bundesregierung steht vor einer erheblichen Haushaltslücke.
    • Die Finanzierung von Wachstumsmaßnahmen ist ungeklärt.

    Quelle: ARD Mediathek

    Infobox: Die Bundesregierung muss eine größere als erwartete Haushaltslücke schließen. Die Finanzierung wichtiger Maßnahmen ist offen.

    Quellen:

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    Zusammenfassung des Artikels

    Das Geschäftsklima in Ostdeutschland verbessert sich, während die Arbeitslosigkeit steigt und die Wirtschaft mehr Zuwanderung sowie eine Lösung für das Haushaltsloch fordert.

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