Weltwirtschaft unter Druck: Russland, China, USA und Niedersachsen im Fokus

    Symbolbild – ganz oder teilweise KI-generiert
    15.07.2026 24 mal gelesen 0 Kommentare
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    Russlands Wirtschaft verliert deutlich an Dynamik: Nach starkem Wachstum 2023 und 2024 schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das WIIW nur noch 0,6 Prozent Wachstum.
    Hohe Zinsen, Sanktionen und sinkende Öl- und Gaseinnahmen belasten Russland zusätzlich. Die Einnahmen aus Energieexporten brachen im ersten Quartal um 45 Prozent ein, während Angriffe auf Raffinerien die Ölverarbeitung auf den niedrigsten Stand seit 21 Jahren drückten.
    In den USA kündigt Fed-Chef Kevin Warsh einen neuen Kurs an: Die Notenbank soll Inflation konsequent bekämpfen und unabhängig von politischem Druck entscheiden. Zwar sank die Inflationsrate im Juni auf 3,5 Prozent, doch Warsh sieht noch keinen Grund für Entwarnung.
    Auch Trumps Vermögenserklärung sorgt für Diskussionen: Innerhalb eines Jahres wurden mehr als 21.000 Börsengeschäfte gemeldet, darunter auffällig viele Käufe an Tagen mit wichtigen politischen Entscheidungen. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Investments und seinem Amt belegt der Bericht jedoch nicht.
    China liefert deutlich mehr Waren nach Deutschland, während deutsche Exporte nach China kaum zulegen. Das Handelsdefizit beträgt im ersten Halbjahr 22,3 Milliarden Dollar, während Niedersachsens Wirtschaft wegen hoher Kosten und unsicherer Aussichten in Wartestellung bleibt.

    Russlands Wirtschaft verliert an Dynamik

    Quelle: Frankfurter Rundschau

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    Russlands Wirtschaft gerät laut der Frankfurter Rundschau zunehmend unter Druck. Während die Wirtschaftsleistung in den Jahren 2023 und 2024 noch um jeweils mehr als vier Prozent gewachsen war, schrumpfte sie im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent.

    Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht unter anderem die restriktive Geldpolitik, sinkende Einnahmen aus Öl und Gas, ukrainische Drohnenangriffe, Sanktionen, staatliche Internetsperren und die wachsende Abhängigkeit von China. WIIW-Russland-Experte Vasily Astrov diagnostiziert eine „zu restriktive Geldpolitik der Notenbank, die die Wirtschaft abwürgt“.

    Die ukrainischen Drohnenangriffe haben dem Bericht zufolge acht der zehn größten russischen Ölraffinerien mindestens einmal getroffen. Ende Mai 2026 gab es demnach keine größere Raffinerie im europäischen Teil Russlands mehr, die nicht mindestens einmal angegriffen worden war. Besonders schwer wiegt der Angriff auf die Raffinerie in Omsk, deren Verarbeitungskapazität bei mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr liegt und die nach dem Angriff vom 7. Juli 2026 die Produktion vorübergehend vollständig einstellte.

    Nach Angaben von Energy Intelligence sank die tägliche Ölverarbeitung Anfang Juni 2026 auf unter vier Millionen Barrel. Das sei der niedrigste Wert seit 21 Jahren gewesen. Gleichzeitig brachen die Öl- und Gaseinnahmen laut einer gemeinsamen Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholm Institute of Transition Economics im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45 Prozent ein.

    Auch die russische Regierung korrigierte ihre Erwartungen nach unten. Im Mai senkte sie ihre Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 auf 0,4 Prozent. Der für die Haushaltsplanung zugrunde gelegte Ölpreis blieb laut Vizepremier Alexander Nowak bei 59 Dollar je Barrel, während der Urals-Preis Anfang Juli 2026 nach Angaben von Argus Media nur 41,66 Dollar erreichte.

    Die hohen Zinsen beeinträchtigen zudem Investitionen und Konsum. Laut WIIW sank die Investitionstätigkeit im ersten Quartal 2026 um rund 14 Prozent. Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik sagte dem Spiegel: „Unternehmen investieren deutlich weniger, vor allem weil die Zinsen so hoch sind, dass es nicht mehr möglich ist, Investitionen mit Krediten zu finanzieren. Russlands Wachstumspotenzial ist auf absehbare Zeit erschöpft.“

    Die Folgen sind auch für die Bevölkerung spürbar. Laut der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gaben im Oktober 2025 rund 31 Prozent der russischen Bevölkerung an, Schwierigkeiten zu haben, sich notwendige Lebensmittel zu leisten. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Butter und Gurken stiegen teils massiv; Gurkenpreise verdoppelten sich nach Angaben der Landeszentrale innerhalb weniger Wochen Anfang 2026.

    Eine Gallup-Erhebung zwischen März und Mai 2026 zeigt eine zunehmende Verschlechterung der Stimmung. 60 Prozent der Befragten erklärten, die wirtschaftliche Lage in ihrer Stadt oder Region habe sich verschlechtert, während 56 Prozent von einem gesunkenen Lebensstandard berichteten. Beide Werte seien Rekordwerte seit 20 Jahren.

    Zusätzlich bindet Russland große Teile seiner wirtschaftlichen Ressourcen für militärische Zwecke. Fast 40 Prozent des Staatshaushalts fließen in Rüstung und innere Sicherheit, während die Militärausgaben 2025 laut Verteidigungsminister Andrei Belousov 7,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichten.

    Der finanzielle Puffer des Landes ist laut Bericht weitgehend aufgebraucht. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds sanken von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn des Krieges auf 1,8 Prozent im April 2026. Zudem überstieg das Haushaltsdefizit des Bundes bereits im ersten Quartal 2026 die für das Gesamtjahr gesetzte Zielmarke der Regierung.

    Die Sanktionen, die 2022 zunächst durch Umgehungsrouten abgefedert worden seien, entfalteten inzwischen eine nachhaltige Wirkung. Das BOFIT stellte für den Zeitraum 2026 bis 2028 fest, dass militärische Investitionen das Wachstumspotenzial nicht steigern könnten, da „große Mengen an produzierten Investitionsgütern an der Front verbraucht werden“.

    Als weitere Belastung nennt der Bericht staatlich angeordnete Internetsperren, die laut WIIW die „stark digitalisierte russische Wirtschaft“ beeinträchtigen. Gleichzeitig werde die Beziehung zu China asymmetrischer: Russland müsse sich zunehmend zu für China günstigen Konditionen arrangieren, wodurch langfristig wirtschaftlicher Spielraum verloren gehe.

    „Die russische Wirtschaft profitierte von vielen positiven Faktoren wie hohen globalen Rohstoffpreisen und dem ausgabenorientierten Boom. Die meisten dieser Faktoren sind nun verschwunden.“ – Janis Kluge, Stiftung Wissenschaft und Politik
    • Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent.
    • Für 2026 erwartet das WIIW ein Wachstum von 0,6 Prozent.
    • Die Öl- und Gaseinnahmen sanken im ersten Quartal 2026 um 45 Prozent.
    • Die liquiden Vermögenswerte des Staatsfonds gingen auf 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurück.

    Zusammenfassung: Der Bericht der Frankfurter Rundschau beschreibt eine russische Wirtschaft, die durch Energieprobleme, hohe Zinsen, Sanktionen, militärische Ausgaben und sinkendes Vertrauen belastet wird. Das WIIW erwartet für 2027 bestenfalls ein Wachstum von 1,3 Prozent.

    US-Notenbankchef Kevin Warsh kündigt einen „Regimewechsel“ an

    Quelle: FAZ

    Der neue Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat den Amerikanern in seiner ersten Anhörung vor dem Kongress ein Ende dauerhaft hoher Inflationsraten in Aussicht gestellt. „Die Notenbank kann und wird Preisstabilität liefern“, sagte Warsh am Dienstag.

    Die Fed werde unter seiner Führung „keine Toleranz“ für dauerhaft hohe Inflationsraten zeigen. Inflation werde mit der richtigen Geldpolitik zu einer „Sache der Vergangenheit“ gemacht. Warsh erklärte außerdem: „Inflation ist eine Entscheidung. Wir Geldpolitiker müssen uns für niedrigere Preise entscheiden.“

    Warsh führt die Notenbank seit knapp zwei Monaten und folgte Jerome Powell nach. Der Führungswechsel war politisch brisant, weil US-Präsident Donald Trump Powell regelmäßig attackiert und Zinssenkungen gefordert hatte. In der Anhörung ging es deshalb auch um die Frage, ob Warsh sich vom Präsidenten unter Druck setzen lasse.

    Auf die Frage, was er tun würde, falls Trump Zinsentscheidungen der Fed öffentlich kritisierte, antwortete Warsh: „Ich würde weiter meinen Job machen.“ Er versprach, seine Entscheidungen von Daten abhängig zu machen, auch wenn der Präsident öffentlich Druck ausübe. Die Unabhängigkeit der Fed bezeichnete Warsh als „sakrosankt“ und verwies auf ein jüngstes Urteil des Obersten Gerichtshofes, das diese Unabhängigkeit bestätigt habe.

    In der ersten Sitzung unter Warshs Führung im Juni ließ die Notenbank die Leitzinsen unverändert. Sie liegen zwischen 3,5 Prozent und 3,75 Prozent. Die nächste Zinsentscheidung steht Ende Juli an; Warsh hat bislang nicht erkennen lassen, in welche Richtung er tendiert.

    Warsh sprach sich für einen „Regimewechsel“ bei der Inflationsbekämpfung aus und distanzierte sich wiederholt von der vorherigen Führung. Unter seiner Leitung gebe es „neues Denken“ in der Fed. Dazu wurden fünf Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich unter anderem mit Inflation, der Kommunikationsstrategie, der Bilanzpolitik, den verwendeten Datenquellen sowie den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Produktivität und Arbeitsplätze befassen.

    Die Anhörung fiel mit der Veröffentlichung besser als erwarteter Inflationszahlen für Juni zusammen. Die Verbraucherpreise lagen im vergangenen Monat um 3,5 Prozent über dem Vorjahreswert, nach 4,2 Prozent im Mai. Zwischen Mai und Juni sanken die Preise um 0,4 Prozent, der stärkste Rückgang seit 2020.

    Die Kerninflationsrate, bei der Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, sank im Juni auf 2,6 Prozent. Im Mai hatte sie noch 2,9 Prozent betragen. Einen Grund für die Verbesserung sah der Bericht in sinkenden Energiepreisen infolge einer zwischenzeitlichen Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran; zuletzt seien die Ölpreise wegen einer erneuten Verschärfung der Lage im Iran wieder gestiegen.

    „Es gibt vielleicht manche Leute, die sich diese Daten anschauen und sagen: ‚Oh, Mission Accomplished. Alles ist großartig.‘ Das ist nicht meine Meinung.“ – Kevin Warsh

    Die amerikanische Wirtschaft bezeichnete Warsh insgesamt als robust. Der Arbeitsmarkt sei stabil, die Arbeitslosenquote niedrig und habe sich in den vergangenen zwölf Monaten nur wenig verändert. Auch das Wirtschaftswachstum sei solide.

    Als auffälligsten Trend nannte Warsh die rapide steigenden Unternehmensinvestitionen. Diese erklärten sich zu einem großen Teil durch den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz, darunter der Bau von Rechenzentren und der Kauf notwendiger Ausrüstung. Die Investitionen brächten jedoch Herausforderungen für die Geldpolitik mit sich, weil die Fed mögliche Auswirkungen auf Inflation und Arbeitsmarkt beobachten müsse.

    KennzahlWert
    Leitzins3,5 Prozent bis 3,75 Prozent
    Inflationsrate im Juni3,5 Prozent
    Inflationsrate im Mai4,2 Prozent
    Kerninflationsrate im Juni2,6 Prozent
    Kerninflationsrate im Mai2,9 Prozent
    Preisveränderung von Mai zu Juniminus 0,4 Prozent

    Zusammenfassung: Kevin Warsh stellt eine eigenständigere und stärker datenorientierte Geldpolitik in Aussicht. Trotz sinkender Inflationsraten sieht er noch keinen Grund für eine Entwarnung.

    Trumps Vermögenserklärung wirft Fragen zu mehr als 21.000 Börsendeals auf

    Quelle: n-tv.de

    Die Vermögensverwalter von US-Präsident Donald Trump haben innerhalb eines Jahres mehr als 21.000 Börsendeals getätigt. Das geht laut n-tv.de aus einer Analyse der 900-seitigen Vermögenserklärung durch den Spiegel hervor.

    Zum Vergleich nennt der Bericht Joe Biden: Während seiner gesamten vierjährigen Amtszeit kam es bei seinem Vorgänger auf 13 gemeldete Wertpapiergeschäfte. Die Transaktionen in Trumps Vermögenserklärung lauten auf den Namen des US-Präsidenten, werden nach Angaben eines Sprechers jedoch ausschließlich von unabhängigen Finanzinstituten verwaltet.

    Die Vermögenserklärung weist außerdem mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus Kryptogeschäften, Dividenden, Immobilien, Goldbarren und Geldmarktkonten mit weit über 100 Millionen Dollar aus. Zu den aufgeführten Geschenken gehören zehn Fußball-WM-Tickets im Wert von 15.000 Dollar von FIFA-Präsident Gianni Infantino.

    Über insgesamt acht Anlagekonten wurden Wertpapiere im Umfang von mindestens 461 Millionen bis maximal 1,4 Milliarden Dollar zugekauft. Die Verkäufe summierten sich auf eine Spanne zwischen 138 und 433 Millionen Dollar. Eine genauere Aufschlüsselung sei wegen der breiten Spannen im Formular nicht möglich.

    Besonders auffällig ist laut Bericht der 8. April 2025. Kurz nachdem Trump weltweit Zölle verhängt hatte, wurden 327 Kauforders an einem einzigen Tag ausgeführt, darunter Aktien von Apple und Nvidia. Einen Tag später kündigte Trump öffentlich einen „tollen Tag zum Kaufen“ an und setzte die Zölle vorübergehend aus.

    Daraufhin stiegen die Märkte deutlich. Apple legte um 15 Prozent zu, Nvidia um fast 19 Prozent. Am 23. Juli veröffentlichte das Weiße Haus seinen „AI Action Plan“ mit Maßnahmen zur Deregulierung Künstlicher Intelligenz. Am selben Tag wurden 255 Käufe registriert, wobei laut Spiegel besonders hohe Summen in KI-Schwergewichte flossen.

    Belege für einen kausalen Zusammenhang zwischen Trumps Investments und seiner Rolle als Präsident gebe es nicht. Zugleich könne Trump mit öffentlichen Äußerungen und politischen Entscheidungen Aktienkurse bewegen. Er unterzeichnet die Vermögenserklärung eigenhändig und hat laut Bericht damit zumindest einen Überblick über die Positionen in seinen Depots.

    AngabeWert
    Börsendeals innerhalb eines Jahresmehr als 21.000
    Gemeldete Wertpapiergeschäfte Joe Bidens13
    Zukäufe über acht Anlagekontenmindestens 461 Millionen bis maximal 1,4 Milliarden Dollar
    Verkäufe138 bis 433 Millionen Dollar
    Kauforders am 8. April 2025327
    Kauforders am 23. Juli255
    Anstieg der Apple-Aktie15 Prozent
    Anstieg der Nvidia-Aktiefast 19 Prozent

    Zusammenfassung: Die Vermögenserklärung dokumentiert eine außergewöhnlich hohe Zahl an Wertpapiergeschäften und Transaktionen an Tagen mit politischen Entscheidungen. Einen kausalen Zusammenhang zwischen den Investments und Trumps Amt gibt es laut Bericht jedoch nicht.

    China steigert Lieferungen nach Deutschland deutlich

    Quelle: DIE ZEIT

    Chinas Exporte nach Deutschland sind im Juni weiter gestiegen. Nach Daten der Zollbehörde in Peking lagen die Ausfuhren in US-Dollar gerechnet 27,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, während Chinas Importe aus Deutschland lediglich um 3,1 Prozent zunahmen.

    Auch im gesamten ersten Halbjahr öffnete sich die Lücke zwischen den beiden Ländern. Chinas Lieferungen nach Deutschland wuchsen um 19 Prozent, die Importe aus Deutschland dagegen nur um 1,8 Prozent. China lieferte Waren im Wert von 67,5 Milliarden Dollar nach Deutschland, während die Einfuhren aus der Bundesrepublik 45,2 Milliarden Dollar erreichten.

    Damit entstand für Deutschland ein Handelsdefizit mit China von 22,3 Milliarden Dollar. Deutschland hatte lange vom wirtschaftlichen Aufstieg Chinas profitiert und vor allem Autos, Maschinen und Spezialtechnik in die Volksrepublik verkauft. Inzwischen bieten chinesische Unternehmen selbst technologisch anspruchsvolle Produkte zu niedrigen Preisen auf den Weltmärkten an.

    Der Konkurrenzdruck wächst besonders in der Autoindustrie und im Maschinenbau. Chinesische Hersteller gewinnen bei Elektroautos Marktanteile. Deutschland ist zugleich bei wichtigen Produkten wie Batterien und pharmazeutischen Vorprodukten stark von China abhängig.

    China fördert gezielt Branchen wie Halbleiter, Robotik, Quantentechnologie, Wasserstoffnutzung und Biotechnologie. Viele dieser Bereiche stehen auch im Mittelpunkt der deutschen Wirtschaftspolitik, wodurch sich der Wettbewerb nach Einschätzung des Berichts weiter verschärfen dürfte.

    Auch Chinas Außenhandel insgesamt wuchs im Juni. Die Exporte in alle Länder stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 27 Prozent, die Importe legten um 36 Prozent zu. In die Europäische Union exportierte China 18,5 Prozent mehr Waren, während die Importe aus der EU um 9,2 Prozent zunahmen.

    Im Handel mit den USA stiegen die chinesischen Exporte um 13,9 Prozent und die Importe um 25,9 Prozent. Besonders stark entwickelte sich der Handel mit Russland und den südostasiatischen Asean-Staaten: Die Exporte dorthin erhöhten sich um 38 beziehungsweise 34,6 Prozent.

    Analysten wurden vom starken Exportwachstum überrascht. Julian Evans-Pritchard von Capital Economics erklärte, der Anstieg spiegle vor allem die jüngste Entwicklung der Halbleiterpreise wider, die durch den KI-Boom ausgelöst worden sei.

    Der Wert der chinesischen Halbleiterexporte verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten stiegen um 53,1 Prozent. Mengenmäßig gingen die Halbleiterexporte jedoch zurück. Das Exportwachstum sei daher „vollständig eine Frage der Preise, die auf aktuelle Knappheiten bei Speicherchips zurückgeht“, sagte Evans-Pritchard.

    HandelskennzahlWert
    Chinesische Exporte nach Deutschland im Juniplus 27,2 Prozent
    Chinesische Importe aus Deutschland im Juniplus 3,1 Prozent
    Chinesische Lieferungen nach Deutschland im ersten Halbjahrplus 19 Prozent
    Importe aus Deutschland im ersten Halbjahrplus 1,8 Prozent
    Warenlieferungen Chinas nach Deutschland67,5 Milliarden Dollar
    Einfuhren aus Deutschland45,2 Milliarden Dollar
    Handelsdefizit Deutschlands22,3 Milliarden Dollar
    Exportwachstum Chinas in die EU18,5 Prozent
    Importwachstum Chinas aus der EU9,2 Prozent
    Anstieg der Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten53,1 Prozent

    Zusammenfassung: China erhöht seine Lieferungen nach Deutschland deutlich stärker, als Deutschland seine Exporte nach China steigert. Das Handelsdefizit beträgt 22,3 Milliarden Dollar, während der Wettbewerb bei Autos, Maschinen, Halbleitern und weiteren Zukunftstechnologien zunimmt.

    Niedersachsens Wirtschaft bleibt in Wartestellung

    Quelle: NDR.de

    Die niedersächsische Wirtschaft bewegt sich nach einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen nur wenig. Der NDR bezeichnet die Lage als „Non-Junktur“, weil sich die Geschäftslage zwar leicht verbessert hat, ein deutlicher Aufschwung aber ausbleibt.

    26 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage weiterhin als schlecht. Nur 19 Prozent sprechen von einer guten Geschäftslage. Im Frühjahr hatten noch 27 Prozent eine schlechte Lage gemeldet, während lediglich 17 Prozent von guten Geschäften berichteten.

    Belastet wird die Wirtschaft durch hohe Energie- und Arbeitskosten, den Nahost-Konflikt sowie die weltweite Zurückhaltung bei Investitionen. Die Reformvorhaben der Bundesregierung bewerten die Unternehmen zwar positiv. Viele bleiben jedoch abwartend, weil die Maßnahmen zunächst beschlossen, umgesetzt und wirksam werden müssten.

    Nach Einschätzung der IHK befindet sich die niedersächsische Wirtschaft deshalb in einer Wartestellung. Gleichzeitig kritisiert die Kammer die hohen Energiepreise und die hohe Unternehmensbesteuerung.

    Nur Banken und Versicherungen berichten von guten Geschäften. In allen anderen Sektoren bleibt die Lage angespannt. Als größtes Risiko nennt die IHK die Entwicklung der Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise.

    Der Nahost-Konflikt belastet zudem den Tourismus in Niedersachsen. Besonders angespannt bleibt die Stimmung in den Regionen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim. Dort sei kein Aufschwung in Sicht.

    Auch bei den Insolvenzen gibt es regionale Unterschiede. Im Wirtschaftsraum der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim waren 2025 insgesamt mehr als 300 Betriebe betroffen.

    Beurteilung der GeschäftslageFrühjahrJüngste Umfrage
    Schlechte Geschäftslage27 Prozent26 Prozent
    Gute Geschäftslage17 Prozent19 Prozent
    • Hohe Energie- und Arbeitskosten belasten die Unternehmen.
    • Der Nahost-Konflikt beeinträchtigt unter anderem den Tourismus.
    • Die Unternehmen warten auf die Umsetzung und Wirkung der Reformvorhaben.
    • Banken und Versicherungen berichten als einzige Branchen von guten Geschäften.

    Zusammenfassung: Die Geschäftslage in Niedersachsen hat sich nur leicht verbessert. Mit 26 Prozent negativer und 19 Prozent positiver Bewertungen bleibt die Wirtschaft laut NDR und IHK Niedersachsen in einer abwartenden Phase.

    Quellen:

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    Russlands Wirtschaft verliert durch hohe Zinsen, sinkende Energieeinnahmen, Sanktionen und Kriegsausgaben an Dynamik; das WIIW erwartet 2026 nur 0,6 Prozent Wachstum.

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