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Knorr-Bremse-Chef fordert neue China-Strategie für Europa
Der Vorstandschef von Knorr-Bremse, Marc Llistosella, sieht China als große wirtschaftliche Herausforderung für Europa. Im Gespräch mit dem Newsletter „Industrie & Handel“ des Nachrichtenmagazins „Politico“, über das T-Online berichtet, warnte er: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, sind wir in 15 Jahren weg“.
Llistosella hält die bisherigen Maßnahmen der Europäischen Union gegen China für „zu kurz gesprungen“. Europa beschwere sich zu stark über die Konkurrenz aus China, unternehme aber zu wenig, um die eigene Industrie zu stärken. Zölle könnten aus seiner Sicht sinnvoll sein, müssten dann aber sehr spezifisch eingesetzt werden. Eine allgemeine Abschottung lehnte er ab: „Protektionismus gibt ein vermeintliches Sicherheitsgefühl, was dazu führt, dass man immer schlechter wird“.
Gleichzeitig sieht der Manager in China Entwicklungen, von denen Europa lernen könne. Das Land verfüge über „einen großen Hunger und eine unglaubliche Leistungsbereitschaft“. Bei den Ingenieurswissenschaften gebe es in Deutschland rund 132.000 Absolventen pro Jahr, in China bis zu 1,5 Millionen. Llistosella hält es für schwierig, diesen Unterschied auszugleichen.
China werde nach seiner Einschätzung nicht mehr vom Staatskommunismus, sondern von einem „Raubtierkapitalismus“ geprägt. Als Beispiel verwies er auf 120 chinesische Autofirmen, die sich nach seinen Worten, vor allem im Elektrobereich, „bis aufs Blut“ bekämpften. Wegen hoher Überkapazitäten in der chinesischen Autoindustrie setze Peking auf Exporte.
Knorr-Bremse ist laut T-Online seit Jahrzehnten in China aktiv und betreibt dort acht Fabriken. Das Unternehmen setzt demnach stark auf Lokalisierung, also auf Produktion vor Ort sowie auf regionale Teile und Arbeitskräfte. Der Anteil betrage bis zu 80 Prozent. Bei Eisenbahnbremsen liege er wegen eigener Patente bei bis zu 70 Prozent.
Llistosella schlägt vor, chinesische Unternehmen stärker an eine Produktion in Europa zu binden. Wenn chinesische Firmen ihre Autos in Europa verkaufen wollten, sollten sie nach seiner Vorstellung auch in Europa produzieren. Ein Elektroauto sollte nur dann Subventionen erhalten, wenn 80 Prozent in der EU hergestellt würden, einschließlich der Batterie. Als mögliche europäische Partner nannte er Siemens und Knorr-Bremse.
Der Manager verwies außerdem auf die früheren Erfolge der deutschen Autoindustrie in China. „Da sind zig Milliarden aus China gekommen. Viele haben sich dumm und dämlich verdient. Die deutsche Automobilindustrie hat die letzten 20 Jahre unfassbar an China verdient – und jetzt dreht sich das Blatt“, sagte er laut T-Online.
Für bestimmte Industriezweige sieht Llistosella keine ausreichende Zukunftsperspektive mehr. Die Stahlindustrie könne nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Europa müsse ehrgeiziger werden: „Pizzadienste als wirtschaftlicher Kern, das können wir doch nicht wollen, weder für uns, noch für die Kinder“.
Knorr-Bremse meldete im dritten Quartal 2026 ein Umsatzplus von neun Prozent auf rund 2,05 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei 299 Millionen Euro, die Marge bei 14,6 Prozent. Llistosella führt den Konzern seit Januar 2023; sein Vertrag wurde zuletzt bis 2030 verlängert.
Zusammenfassung: Marc Llistosella fordert eine wirtschaftspolitische Neuorientierung Europas. Er setzt auf gezielte Regeln, europäische Produktion chinesischer Unternehmen und eine stärkere Nutzung der chinesischen Export- und Investitionsinteressen.
Thorsten Frei stimmt Deutschland auf Einsparungen ein
Die deutsche Wirtschaft steckt nach einem Bericht der BILD in einer Krise. Tausende Industriearbeitsplätze fallen demnach weg, während Thorsten Frei, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Bürger auf Einsparungen vorbereitet.
Frei sagte: „Wenn wir kein Wirtschaftswachstum haben, dann wird es nichts Zusätzliches zu verteilen geben in Deutschland.“ Damit stellte er einen Zusammenhang zwischen fehlendem Wachstum und den finanziellen Möglichkeiten des Staates her.
Die Aussage fällt laut BILD vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und des Abbaus von Industriearbeitsplätzen. Frei macht damit deutlich, dass ohne zusätzliches Wirtschaftswachstum keine neuen Verteilungsspielräume entstehen.
Zusammenfassung: Thorsten Frei erwartet ohne Wirtschaftswachstum keine zusätzlichen finanziellen Spielräume. Die BILD berichtet zugleich über eine Krise der Wirtschaft und den Wegfall von Industriearbeitsplätzen.
Razzia bei Deutsche Finance wegen möglicher Schmiergeldzahlungen
Die Staatsanwaltschaft München I hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung mit mehr als 60 Beamten unter anderem die Büroräume des Vermögensverwalters Deutsche Finance durchsucht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung, machte darüber hinaus jedoch keine Angaben.
Nach Informationen der SZ richtet sich der Verdacht möglicherweise auch gegen den Geschäftsführer der Deutschen Finance. Im Mittelpunkt steht demnach die Frage, ob Mitarbeiter der Bayerischen Versorgungskammer mit Reisen und Vergünstigungen geschmiert worden sein könnten.
Die Deutsche Finance bestätigte die Durchsuchung gegenüber der SZ. Das Unternehmen erklärte, es sei „als Dritte durchsucht“ worden und kooperiere mit den Behörden. Wegen des laufenden Verfahrens werde derzeit von weiteren Stellungnahmen abgesehen. Die Bayerische Versorgungskammer äußerte sich nicht zu der Durchsuchung.
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit riskanten Immobiliengeschäften in den USA. Die Bayerische Versorgungskammer musste bereits vor mehr als einem Jahr einräumen, rund 1,6 Milliarden Euro in riskante Projekte investiert zu haben. Teilweise floss das Geld über Fonds an Projekte eines Steuerbetrügers, mit denen es später erhebliche Probleme gab.
Anfang des Jahres kalkulierte die Bayerische Versorgungskammer mit einem möglichen Verlust von 690 Millionen Euro. Mittlerweile geht sie von einem möglichen Verlust in Höhe von mehr als 850 Millionen Euro aus. Nach Angaben der SZ sollen die Fehlinvestitionen die Versorgungszusagen oder die Höhe der Leistungen für die Versicherten nicht unmittelbar beeinträchtigen; die BVK betone weiterhin, dass die Rente der Versicherten sicher sei.
Die Anlagen sollten die Rente von mehr als 2,8 Millionen Menschen absichern. Dazu zählen Beschäftigte und Ruheständler aus berufsständischen und kommunalen Bereichen, darunter Ärzte, Rechtsanwälte, Orchestermusiker und Schornsteinfeger. Die Versicherten sind über zwölf rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen abgesichert, deren Geschäfte die BVK führt.
Nach Bekanntwerden der Investitionen kündigte die BVK ein „Maßnahmenprogramm“ an. Dieses umfasste unter anderem die Einbindung externer Manager in die Immobilienkapitalanlage, eine Stärkung der Compliance und eine Aufklärung der Vorgänge.
In der Folge rückte die Deutsche Finance als Dienstleister in komplexen Fondsstrukturen in den Fokus. Das Unternehmen weist eine eigene Verantwortung zurück. Zwischen der Deutschen Finance und der BVK entwickelte sich innerhalb von zehn Monaten ein Streit, der inzwischen vor einem US-Gericht ausgetragen wird.
Die Deutsche Finance Group verklagt die BVK wegen einer aus ihrer Sicht „falsch und geschäftsschädigend“ dargestellten Verantwortung für die Investmentverluste. In der Klageschrift fordert sie unter anderem wegen Reputationsschäden und nicht geleisteter Zahlungen Schadenersatz; die Höhe soll das Gericht noch festlegen.
Die BVK weist die Vorwürfe „entschieden zurück“. Sie bezeichnete die Klage als „weiteren durchsichtigen Versuch der Deutsche Finance“, von der eigenen Verantwortung und den öffentlich bekannten Herausforderungen abzulenken. Die BVK kündigte an, sich mit allen rechtlichen Mitteln zu wehren.
Bereits im September 2025 hatte BVK-Chef Axel Uttenreuther in einem Interview mit der Welt am Sonntag eingeräumt, dass externe Experten Compliance-Verstöße bei der BVK festgestellt hätten. Diese deuteten auf ein „nicht angemessenes Näheverhältnis“ hin. Die Staatsanwaltschaft sei deshalb eingeschaltet worden.
Nach eigenen Angaben erhielt die Staatsanwaltschaft erstmals im August 2025 einen Hinweis. Damals teilte sie mit, sie sei über „Sachverhalte unterrichtet“ worden, die daraufhin geprüft würden, ob ein Anfangsverdacht strafbaren Handelns bestehe.
Für die Deutsche Finance kommt die Durchsuchung laut SZ in einer schwierigen Lage. Die Finanzaufsicht BaFin hatte im Juni Unterlagen angefordert, um sich ein eigenes Bild von der Ordnungsmäßigkeit der Verwaltung geschlossener Publikumsfonds zu verschaffen. Zur Überwachung dieser Maßnahme wurde ein Sonderbeauftragter in das Unternehmen geschickt.
Zuletzt kündigte außerdem einer der Deutsche-Finance-Fonds an, einen Insolvenzantrag einreichen zu müssen. Seit September ist Michael Jaffé als vorläufiger Insolvenzverwalter für den Fonds tätig. Jaffé ist auch als Insolvenzverwalter des untergegangenen Dax-Konzerns Wirecard bekannt.
Zusammenfassung: Die Staatsanwaltschaft München I untersucht im Umfeld der Deutschen Finance mögliche Schmiergeldzahlungen. Im Hintergrund stehen US-Immobilieninvestitionen der BVK von 1,6 Milliarden Euro und ein inzwischen erwarteter möglicher Verlust von mehr als 850 Millionen Euro.
US-Demokraten gewinnen beide Kongresskammern zurück
Bei den US-Zwischenwahlen haben die Demokraten laut WEB.DE beide Kammern des US-Kongresses zurückerobert. Das war zuletzt 2020 der Fall, bevor die Republikaner 2022 wieder beide Kammern übernahmen und diese Mehrheit auch 2024 behielten.
Der Erfolg wird als Erdrutschsieg der Demokraten beschrieben und gilt zugleich als schwere Niederlage für Präsident Donald Trump. Die Demokraten verfügen künftig über die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Dadurch können sie Trumps Regierung stärker kontrollieren.
Die Mehrheitspartei stellt die Vorsitzenden der Ausschüsse. Diese können Untersuchungen einleiten und Regierungsbeamte zu Aussagen unter Eid vorladen. Das Repräsentantenhaus kann außerdem ein Amtsenthebungsverfahren einleiten. Über die tatsächliche Amtsenthebung entscheidet der Senat; dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.
Bei den Midterms werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu besetzt. Die Wahlen finden immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt.
In Mississippi blieb ein Senatsrennen zunächst offen. Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen lag der Demokrat Scott Colom mit weniger als 50 Stimmen vor der republikanischen Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith. In Alaska führte nach Auszählung von 74 Prozent der Stimmen die Demokratin Mary Peltola mit 48,2 Prozent knapp vor dem Republikaner Dan Sullivan mit 47,9 Prozent.
Der Demokrat Hakeem Jeffries brachte sich nach dem Wahlerfolg für den Posten des Sprechers des Repräsentantenhauses in Stellung. Er erklärte, die Zeiten, in denen das Repräsentantenhaus wie eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Regierung von Donald Trump funktioniere, seien vorbei.
US-Vizepräsident JD Vance machte den von Trump begonnenen Iran-Krieg für die Wahlniederlage verantwortlich. „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, schrieb er. Trump widersprach teilweise und erklärte, der Hauptgrund für die Niederlage sei der Preis gewesen. Zugleich sagte er, am Beginn des Krieges hätte er nichts anders gemacht.
Trump schloss eine Entlassung von Verteidigungsminister Pete Hegseth aus. Hegseth ist ein entschiedener Befürworter des Iran-Krieges. Trump erklärte, Hegseth mache einen sehr guten Job.
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte nach den Wahlen die weiterhin starke Stellung des US-Präsidenten. Trump habe in den vergangenen zwei Jahren weitgehend am Kongress vorbei regiert und dabei meist mit „Executive Orders“ gearbeitet. Nach Einschätzung von Merz werde Trump dies fortsetzen.
Die Auswirkungen auf die Budgetplanung und die Planung der Streitkräfte dürften nach Einschätzung von Merz Zeit benötigen. Trump kündigte seinerseits an, sein Veto-Recht zu nutzen. Er verfüge über diese „ultimative Macht“, wolle aber nicht zwei Jahre lang nur gegen alles ein Veto einlegen.
Die deutsche Wirtschaft reagierte zurückhaltend auf die Frage, ob sich Trumps Zollpolitik verändern werde. Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sagte: „Wir setzen erst einmal auf Stabilität“. Verlässlichkeit im wichtigsten Exportmarkt deutscher Unternehmen sei „extrem wichtig“.
Melnikov hoffte auf das Ende eines „Zickzackkurses“, warnte aber vor Prognosen zum zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs Trumps. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, rechnet damit, dass Trumps Zollpolitik vorerst bestehen bleibt. Die Außenhandelspolitik werde weiterhin maßgeblich vom US-Präsidenten geprägt.
Auch an den Finanzmärkten waren die Folgen sichtbar. Die Aktien von Tesla lagen nach Handelsbeginn in New York um 3,82 Prozent im Minus, die Space-X-Aktien gaben um 2,65 Prozent nach. Elon Musk hatte fast eine halbe Milliarde Dollar für den Wahlkampf der Republikaner gespendet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verband den Wahlsieg der Demokraten mit der Hoffnung auf zusätzliche Unterstützung. „Dass wir mehr Unterstützung bekommen“, sei seine Hoffnung. Die Demokraten sprächen von einer Erneuerung der Verbindung zwischen den USA und Europa.
Der Kreml setzt trotz der Wahlniederlage weiterhin auf Trumps Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Trump bleibe Präsident und Moskau rechne damit, dass er seine Bemühungen fortsetze. Für die kommende Woche waren dreiseitige Gespräche zwischen Moskau, Kiew und Washington geplant.
Der Iran erklärte nach der Wahl, an seinem Kurs ändere sich nichts. Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb: „Den Iran anzugreifen bringt keinen Sieg“. Auch eine dem obersten Führer Modschtaba Chamenei zugeschriebene Rede stellte klar, dass Teheran keinen Kurswechsel erwarte.
Die AfD ging nach der Niederlage der US-Republikaner vorsichtig auf Distanz zu Trump. Der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier verwies auf klare Differenzen bei Trumps Zoll- und Iranpolitik, betonte aber zugleich Gemeinsamkeiten bei Migration und dem Kampf gegen linke Ideologien.
Zusammenfassung: Die Demokraten kontrollieren nach den Midterms beide Kongresskammern. Das erschwert Trumps Gesetzgebung, lässt ihm wegen der präsidentiellen Befugnisse aber weiterhin Handlungsspielräume, insbesondere bei Außen- und Handelspolitik.
„Wirtschaft vor acht“ vom 04.11.2026
Tagesschau.de führt für den 04.11.2026 die Ausgabe „Wirtschaft vor acht“ als aktuelles Wirtschaftsvideo. In den bereitgestellten Quelldaten sind jedoch keine inhaltlichen Angaben zu den behandelten Themen, Aussagen oder Zahlen enthalten.
Eine inhaltliche Bewertung oder ausführlichere Wiedergabe der Sendung ist deshalb auf Grundlage der vorliegenden Quelle nicht möglich.
Zusammenfassung: Die Sendung „Wirtschaft vor acht“ ist für den 04.11.2026 aufgeführt; konkrete nutzbare Inhalte liegen in den Quelldaten nicht vor.
Quellen:
- "Raubtierkapitalismus": Bremsen-Unternehmer sieht Chancen mit China
- Wirtschaft: „Es gibt nichts Zusätzliches zu verteilen“
- Razzia bei Deutsche Finance: Staatsanwaltschaft München durchsucht Vermögensverwalter - Wirtschaft - SZ.de
- Ruhestand: Frührente bleibt bei Babyboomern der Regelfall
- Wirtschaft vor acht vom 04.11.2026
- Midterms live: Deutsche Wirtschaft hofft nach US-Wahlen auf Stabilität















